Full text: Zeitschrift für deutsches Recht und deutsche Rechtswissenschaft (Bd. 2 (1839))

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Dr. Heffter:

tradictorio ergangenen Entscheidungen, namentlich in Bezug
auf das Haus Anhalt-Bernburg;
3) durch die hierauf gestützten Meinungen angesehener Rechtsleh-
rer, vorzüglich Moser's und Eichhorn's.
Indessen dürfte die hiernach vorliegende unzweifelhafte Verbind-
lichkeit der Nachfolger für eine solche alimentarische Subvention
nach der zuvor angegebenen Billigkeitsgrundlage auf die ungleichen
Ehen derjenigen Familienglieder zu beschränken sein, welche sich be-
reits im Genuß des Familiengutes oder eines Theileö davon befun-
den haben, sonst aber erst für diejenigen Nachfolger eintreten, wel-
chen das Dasein nicht ebenbürtiger Deseendenz zu einer frühem
Sueeesston verhilft. Daß übrigens auch hier, wie bei dem Witt-
thum der standesungleichen Wittwe, die Verpflichtung des Nachfol-
gers für eine unbedingte, nicht bloß subsidiarische bei Ermangelung
anderer Subsistenzmittel, zu halten sei) hat bereits Moser bemerkt,
da es sich nicht bloß von einem nothdürftigen Unterhalt, sondern
von einer standesgemäßen und für die Hauptfamilie ehrenhaften
Sicherstellung der Eristenz eines Nebenzweiges handelt. Jedenfalls
ist aber die Abfindung nur Einmal zu geben; sie wird freies Ver-
mögen der Abgefundenen, wenn nicht ein besonderes Geding hier-
über gemacht sein sollte*). Die Bestellung muß arbitrio boni viri
geschehen, oder im Falle des UebermaßeS daraus redueirt werden.
Hierbei ist einerseits auf die Größe und Bedeutung des Familien-
Erbes, anderseits ans den Stand, welcher dem Abznsindenden bei-
gelegt ist, Rücksicht zu nehmen. Zwar behauptet Moser, daß es
lediglich auf den Stand ankomme, den die Mutter zur Zeit ihrer
Ehelichung hatte, so daß z. B., wenn die Mutter zur gedachten Zeit
nur bürgerlich war, auch nur eine bürgerliche Sustentation zu ver-
abreichen wäre; es ist indeß schon oben auögeführt worden, daß
Kinder aus der ungleichen Ehe eines Fürsten, wenn letztere nicht
eine ausdrücklich morganatische ist, immer doch nur adelig geboren
sein können, indem ein deutscher Fürst, er sei regierender oder nicht,
zufolge des noch für den höchsten Adel fortbeftehenden Ebenbürtig-
keits-Gesetzes seinen Kindern allerdings die Ebenbürtigkeit mit
jenem nicht verleihen kann, wohl aber alle sonstigen adeligen Rechte
miltheilen muß, die dem hohen Adel nicht ausschließlich zustehen,

') Vcrgl. Moser Famil. - Staatsr. II. 803, §. 73 a. E.

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