Full text: Zeitschrift für deutsches Recht und deutsche Rechtswissenschaft (Bd. 2 (1839))

Die Versorgung der Wittwen und Kinder u. s. w. 17
gebühre diesen Kindern auch noch das väterlich nicht ineorporirte
Privatgnt, es sei Lehn oder Allod (wodurch also die Meinung in
der diss. de legitima schon verbessert ward)J); ferner alles Gold-
nnd Silber-Service, so wie alle Kostbarkeiten, die nicht bei dem
Hause bleiben mußten; endlich die mütterliche , brüderliche und
schwesterliche Privaterbschaft, und zwar so, daß nach Abgang der
einen brüderlichen Linie in dubia und extra casum pacti auch das
mit einem Rückfall an das regierende Haus Behaftete an die überle-
benden Linien so lange falle, als sie dauern.
In Uebereinftimmung damit und unter Berufung auf Moser
hat sich in neuerer Zeit auch Eichhorn 1 2) dahin geäußert:
,,Wegen Mangels an Ebenbürtigkeit tritt bei einer Mißheirath
die Frau nicht in den Stand des Mannes, sondern darf, sowie
die in einer solchen Ehe erzeugten Kinder, nur die ihnen beson-
ders beigelegten Titel und Wappen führen; den Kindern fehlt
das Recht der Succession in Lehn (?) und Stammgut, und an
die Stelle der Ansprüche auf einen dem Stand des Mannes
und Vaters angemessenen Unterhalt, Wittthum und Apanage
tritt, was von Jenem freiwillig ausgesetzt und seinen Erben
anferlegt ist, und allenfalls ein Recht auf Alimente aus dem
Stammgut, welche dem beigelegten Stande angemessen sind."
Diese Erklärungen Eichhorn's dürften auch im Ganzen die
richtige Formel für die besprochenen Verhältnisse enthalten, nur
etwa mit einer Modisication in Betreff der Lehnöfolge, wie nun
noch näher dargelegt und befestigt werden soll.
I. Was das Wittthum einer nicht fürstlichen Gemahlin an-
langt, so darf man es ohne Frage als einen Grundsatz des deut-
schen Privatfürstenrechtö betrachten, daß jeder Fürst, jedes Mit-
glied des deutschen hohen Adels für den anständigen Unterhalt
seiner hinterlassenen Wittwe zu sorgen hat; und zwar selbst dann,
wenn sie kein Heirathsgut eingebracht haben sollte. Allgemein
spricht den Satz Pütter in seinen prim. lineis jur. priv. princ.
H. 68 dahin aus:
(pristini Germanorum) mores potissimum adhuc inter illu-
stres conspicui sunt, dum in quolibet matrimonio illustri par-

1) S. auch persönl. Staatsr. II. 412.
2) (Sini, in das deutsche Privatrecht §. 290. (1. Aüsg.) u. flg.
Zeitschrift f. d. deutsche Reckt. 2. Bd. 2. 9

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