Full text: Zeitschrift für deutsches Recht und deutsche Rechtswissenschaft (Bd. 2 (1839))

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Dr. Heffter:

5) Seiner zweiten, nicht standesgleichen Gemahlin, Katharina
von Brandenstein, verschrieb der Herzog Wilhelm von Sachsen im
Jahre 1463 ein Heirathsgut von 20,000 fl. und eben so viel an
Widerlage, so daß sie ein jährliches Wittthum von 4000 fl. em-
pfing i).
6) Ein ferneres Beispiel. von der Ebenbürtigkeitspraris des
15ten Jahrhunderts kann von dem uralten, reichsfreien, turnir- und
stiftsfähigen Geschlechte derBientzenau (auch Bieuzenau und Püntzc-
nau geheißen) in Baiern hergenommen werden* 1 2), welches zwar
keine Landeshoheit erlangt hat, jedoch ohne Zweifel dem alten Her-
renstande angehörte, in welchem, nach Peter von Andlau's Zeugniß
aus jener Zeit, die alten Grundsätze der Ebenbürtigkeit noch immer
streng aufrecht erhalten wurden.
Zufolge der schiedsrichterlichen Entscheidung eines Herzogs von
Baiern vom Jahre 1489 hatte nämlich einer der Gebrüder Bientze-
nauer sich mit einer Bürgerlichen, Margarethe Volgerin, ehelich
verbunden und mit derselben mehrere Kinder, auch Söhne, erzeugt.
Diesen bestritten nach dem Tode des Vaters dessen Brüder die Eben-
bürtigkeit, und der Ausfall der herzoglichen Entscheidung ging da-
hin, daß zwar die hinterlassenen Familiengüter den eontestirenden
Brüdern, den gedachten Kindern aber doch einige Theile des väter-
lichen Erbes angewiesen wurden, unter wechselseitigem Verzicht auf
fernere Beerbung 3).
7) Im braunschweig - lüneburgischen Hause vermählte sich
Herzog Otto, ältester Sohn Heinrich's des Mittlern von Braun-
schweig-Lüneburg, im Jahre 1527 mit Mechthild von Campen, wo-
bei ihr mittelst eines Reeesses der drei fürstlichen Brüder zur Mor-
gengabe und Leibzucht auf Zeitlebens 400 fl. versprochen wurden.

Widerlegung einiger in neuerer Zeit verbreiteter falscher Nachrichten in
Bezug auf den Ursprung des hochfürftl. Hauses Löwenftein Wcrtheim.
Werth. 1831. — Klüber, die ehel. Abstamm, des fürstl. Hauses Lö-
wenstein Wertheim (Franks. 1837), und in dem schon mehrmals angef.
Votum.
1) Moser, Staatsr. XXI S. 74. Putter, Mißheir. S. 61.
2) Man sehe deshalb Bürgermeister, Graven und Rittersaal (Franks.
1721) S. 498, unb IVobilitas Ecclesiae Mogunt. 1614. in Calal. sub Otto
de Benzenow; auch Lipowsky AgnesBernauerin(Münch. 1800) im Anh.
3 Monumenta Boica. t. VI. p. 318.

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