Full text: Volume (Bd. 14 (1853))

443

Erinnerung an W. Pfeiffer.
währende Schutz im Rechtswege gegen Rechtsverletzungen jeder
Art erschien ihm als der sicherste Grundpfeiler des durch die
Verfassungsurkunde angebahnten Rechtsstaates, dessen Verwirkli-
chung sein heißersehntes Ziel war.
Zm Jahre 1843, nach zurückgelegtem 66. Lebensjahre, gab
Pfeiffer seinen ftaatsdienstlichen Beruf aus Gesundheits- und an-
dern Rücksichten auf. Mit ihm schied ein gewissenhafter, überaus
fleißiger Arbeiter, einer der tüchtigsten Männer von unbeugsamem
Rechtssinne, aus einem Gerichtshöfe, dessen Zierde er eine lange
Reihe von Jahren gewesen, dessen hohes Ansehen und bewährter
Ruf weit über die Grenzen der kurhessischen Lande hinaus die
ehrendste Anerkennung gefunden hatte.
Noch frisch und rührig an Geist arbeitete Pfeiffer auch nach
seinem Austritte aus dem Staatsdienste auf dem literarischen Felde,
in seiner ihm eigenthümlichen Weise fort, weniger darauf bedacht,
„die Höhen und Tiefen der im eigentlichsten Sinne gelehrten, in-
sonderheit historischen Jurisprudenz zu ergründen, als vielmehr dem
dringendsten Bedürfnisse für das Leben, eben so wohl im Interesse
der Theoretiker wie der Praktiker, abzuhelfen." Der siebente und
achte Band seiner „praktischen Ausführungen" brachten sehr schätz-
bare Mittheilungen aus der Praxis des Oberappellationsgerichts
über eine Reihe interessanter Rechtsmaterien.
Einen sprechenden Beweis seines rastlosen Fleißes und außer-
ordentlichen Sammeltalents lieferte ferner sein sehr verdienstliches
Werk: „Das deutsche Meierrecht nach seiner rechtlichen
Begründung und dermaligen Gestaltung, Cassel 1848",
in welchem er an die geschichtliche Darstellung des Ursprungs und
der allmähligen Ausbildung der deutschen Meierverfassung eine
doctrinelle Ausführung des deutschen Meierrechts, mittelst wissen-
schaftlicher Zusammenstellung alles Dessen, was hierüber in einer
großen Menge diesem Gegenstände gewidmeter Schriften, in den
verschiedenen deutschen Meierordnungen sowie in den Erkenntnissen
der obersten Gerichtshöfe enthalten ist, — knüpfte, und derselben
als unmittelbar aus dem Leben gegriffenen Beleg eine Schilderung
der Meierverfassung der kurhessischen Grafschaft Schaumburg fol-
gen ließ.
Als im Jahre 1848 in Folge des allgemeinen Umschwunges
Zeitschrift für deutsche» Recht. 14. Bd. 8. H. 29

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer