Full text: Volume (Bd. 14 (1853))

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Erinnerung an W. Pfeiffer.
Regierungs-Nachfolge in deutschen Staaten über-
haupt und in dem herzoglichen Gesammthause Sach-
sen-Gotha insbesondere, 2Bde. Cassel 1826," m'ederlegte.
Neben diesen verschiedenen Arbeiten und den Berufsgeschäften
widmete Pfeiffer auch den öffentlichen Zuständen seines Vaterlandes
eine rege Thätigkeit. Er hatte sich nicht nur von jeher bemüht,
die Eigenthümlichkeiten der inneren Landesverfassung mit alle»
ihren Vorzügen und Mängeln gründlichst kennen zu lernen, und
die Ergebnisse der Staatsverwaltung in Beziehung darauf genau
zu erforschen, sondern es erschien ihm auch eine selbstthätige Mit-
wirkung zur Begründung und möglichsten Befestigung eines ge-
sicherten Rechtszustandes als das höchste Interesse seines öffentlichen
Lebens. Als Kurfürst Wilhelm II. im Jahre 1830 den auf dringen-
des Bitten der Bürger von Cassel zum ersten Male seit langen
Jahren wieder versammelten Landständen aus freier Entschließung
den Entwurf zu einem neuen Staatsgrundgesetze vorlegen ließ,
empfahl Pfeiffer in einer kleinen Druckschrift: „Einige Worte
über den Entwurf einer Verfassungs-Urkunde für
Kurhessen vom 7. October 1830" diesen Entwurf, welcher
die wesentlichsten Grundlagen eines bleibend gesicherten Rechtszu-
standes enthalte, zur Annahme, dergestalt jedoch, daß hiermit der
zweckgemäße Vorschlag weiterer, zur vollständigeren Ausbildung
dieser Grundlagen und zur lebendigeren Wirksamkeit ihres prac-
tischen Ergebnisses gereichenden Bestimmungen verbunden werde.
Als sehr wesentliche Vorzüge der nach jenem Entwürfe staatsgrund-
gesetzlich einzuführenden Normen bezeichnete er: daß dadurch für
den ganzen kurheffischen Staat eine gleichförmige und gemeinschaft-
liche landständische Vertretung begründet, die Zusammenberufuug
der Stände auf gewisse Zeiten festgesetzt, denselben eine bestimmte
Theilnahme an der Gesetzgebung zugeftanden, das ganze Steuer-
wesen ihrer unmittelbaren Mitwirkung untergeordnet, die Rechts-
pflege auf genügende Weise sicher gestellt und die Aufrechthaltung
der ganzen Verfassung durch eidliche Verpflichtung aller StaatS-
diener und deren Verantwortlichkeit den Ständen gegenüber sicher
gestellt fei. Er verwahrte sich gegen den etwaigen Vorwurf einer
allzugroßen Mäßigung, wo nicht der Lauheit oder Zaghaftigkeit,
im Vergleiche mit der nachdrücklichen Sprache , welche er früher
der guten Sache zu widmen gepflegt: „Eine andere Zeit mm

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