Full text: Volume (Bd. 14 (1853))

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Verfassung und Recht auf Helgoland.
haben wir nachhero kein Nahrung, und wenn es sich gebührte,
daß ein Mensch uns alle in Noch bringen wollte, so wollen
unsere hohe Obrigkeit klagen, der Zuversicht lebende,' Ihro
fürstl. Durchl. werden Ihr Heiligland um ein oder zwey Men-
schen willen nicht verderben lassen.
20) Zum Zwantzigsten: dieweil auch etliche bey Sommerszeiten
den Leuten ins Korn ihre Schaafe muthwillig laufen lassen,
so soll demjenigen hiemit angedeutet seyn, welcher Schaafe
halten will, daß er dieselbigen auf sein eigen Acker tüedern
* oder sonsten irgendwo, oder er behalte sie unten in der Düh-
ne; der aber jemands Schaaf in ander Leute Korn, oder aus
verbothene und auf ungewöhnliche Plätze getüedert und un-
getüedert befunden wird, soll derselbige, dem sie angehören,
vor jedes Schaaf jedesmahl an Kirchenbrüche geben 4 Sch.
21) Zum ein und zwantzigsten, dieweil auch das Hengest Graß,
wegen des Maulwurffgraben zu den Würmern, schändlich ver-
dorben wird, soll solches hinführo keinesweges mehr geduldet
werden, und einen jeden hiermit auferleget seyn, daß kein
Maulwurffgraben soll oben die Pfäle, so da gesezet stehen,
sondern unter die Pfäle, wird jemand darüber betroffen oder
desfals belanget, soll derselbige jedesmahl der Kirchen zur
Strafe geben 4 Sch. Item eS soll auch einen Jeden hiemit
ernstlich auferlegt seyn, daß diejenigen so den Schlonder un-
ten bey der Brücken aufthut, daß derselbige alsofort den-
selben wieder zuthut, so jemand darüber betreffen wird, der
es aufthut und nicht wieder zumacht, soll alsofort der Kirchen
zu Brüche 4 Sch. erlegen.
Mit unterthänigster Bitte, Wir ihnen selbige nun auch in Gna-
den zu bestätigen und zu confirmiren geruhen wollen. Wann wir
nun solchem Statt gethan, als eonfirmiren und bestätigen Wir die-
selbe hiemit gnädigst, und befehlen darauf Unfern Befehlshabern
besagtes Unsers Landes Heiligland, Impetrantes bis zu Unserer an-
derweitigen Verordnung dabei zu mmnteniren und zu schützen. Ur-
kundlich Unserer eigenhändigen Unterschrifft und beygedruckten fürstl.
Kammer Secrets. Geben auf Unserm Residentz Schlosse Gottorff
d. 11. Aprill 1695. Fri ederich.
Auch in späterer Zeit kommen noch Landessatzungen von mehr
oder minder allgemeiner Bedeutung vor. Am 6. Mai 1671 gaben

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