Full text: Volume (Bd. 14 (1853))

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Verfassung und Recht aus Helgoland.
9) Zum Neunten: so auch Jemand von fremden Ortern sich aü-
hier mit gebohrne Heiligländern in den Ehe Standt begeben
haben, oder künfftig sich noch verheirahten möchten, und be-
gehrten ins Büerschaft zu seyn, derselbige soll der Kirchen 15
M. Lübsch zu geben schuldig seyn, doch mit dem Bedinge,
soll hinführo keiner auf die Landschafft geduldet werden, er
sei denn ehrlich und recht, von Vater und Mutter geboren,
und sich selbsten mit guten Leuten auch wohl vertragen
könne.
10) Zum Zehenden: da es sich auch begeben, daß ein Fremder
von einer andern Ort, sich allhie mit einer Wittwe oder eine
Jungfrau verheyrathen solte, und dieselbigen ein Büerloß hät-
ten, soll der Fremde so sich ins Büerloß verheyrathet, der
Kirchen zu geben schuldig seyn 5 M. Lübsch.
11) Zum Eilfften: sollen auch alle diejenigen, welche neue Häu-
ser bauen und setzen wollen und keinen Büerloß haben, .je-
doch ins Büerloß zu seyn begehrten, es sey Mann oder Frau,
gebohrne Helgoländers, sollen sie geben der Kirchen 10 M.
Lübsch.
12) Zum Zwölfften: so auch jemand bey dem Bergen unrichtig
oder auf eigene Dieberey erfunden wird, soll derselbe nach
Erkenntniß des Rechts gestrafet werden, und auch daßjenige,
so ihm zu solcher Zeit von denen geborgenen Gütheren auf
sein Loß zukommen kan, hiemit verlohren oder verlustig werden.
13) Zum Dreitzenden: sollen 2 von denen Raths Personen Hoch-
fürstl. Durchl. wegen auferlegt seyn, daß sie bey Loßung
der Schiffe allemahl seyn, und gute Aufsicht haben, damit
alles richtig und wohl zugehe.
14) Zum Vierzehenden: sollen noch 2 Raths Personen nebst dem
Vogt bey dem Strande gute Aufsicht haben, damit die Arbeit
fleißig fortgehe, und Fürftl. Durchl. und der Kaufmann so-
wohl als des ganzen Landes Büerschafft nicht zu kurtz gesche-
hen möge.
15) Zum Fünfzehenden: soll auch ernstlich darüber gehalten wer-
den, wenn der Stock umhergeschickt oder die Glocke angezo-
gen wird, daß alsdann diejenigen, so bey dem Bergen gehö-
ren, sich dabey nicht finden lassen, bey Verlust seines halben
Loßes, welches die Kirche zum Besten soll verkaufft werden.

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