Full text: Volume (Bd. 9 (1845))

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Renaud:

mit einer res publica zusammengestellt werden darf. Es fehlt jedoch
auch hier nicht an urkundlichen Belegen:
Dolrecbt zu Meggen: „Ouch sol man wissen, alle die
„guter die wir v e r k o u f t h a n u s s e r d i s e n h o f, die
„gemein merch waren . . . Dis sint disü gueter, die
„wir verkoufft hant, Eppenswand, Bentzenholtz nebent
„Cristans rüti, das Heintz von Geppnow buwet, d as unser
„gemeinmerch was, . .
Kann aber die Veräußerung durch einen Mehrheitsbeschluß der
Genossen Statt finden? -- Diese Frage wird in unfern Quellen
nicht berührt, allein wir stehen nicht an, dieselbe zu verneinen.
Wir haben weiter oben nämlich den Grundsatz festgestellt, daß
die Genossenschaft überall durch Stimmenmehrheit beschließe, wo
nicht Rechte der einzelnen Genossen als solcher in
Frage stehen. — Solche Rechte der Genossen sind aber die
auf Benutzung der Allmende; diesen wird nun durch die Veräuße-
rung der gemeinen Ländereien oder einzelner Theile derselben Ab-
bruch gethan, da die genossenschaftlichen Nutzungen, was weiter
unten dargethan werden soll, nur an genossenschaftlichem Eigenthum
ausgeübt werden können und der gemeinen Mark nicht in dritte
Hände folgen. — Sollen aber die genossenschaftlichen Rechte der
einzelnen Genossen beschränkt oder aufgehoben werden, so kann dieß
nur mit deren Einwilligung geschehen. Demnach können die ge-
meinen Ländereien, sei es ganz ,e4), fet es theilweise *^), ohne die
Einwilligung der sämmtlichen Dorfleute weder verkauft, noch ver-
tauscht, noch verschenkt, noch verpfändet werden^), abgesehen übri-
gens von den Rechten des Obereigenthümers, wo ein solcher da
ist. — Die Uebereinstimmung der sämmtlichen Genossen ist aus
demselben Grunde aber auch zur Abschließung von Waldkantonne-
menten und Weidabtäuschen erforderlich, indem in beiden Geschäf-
ten eine Veräußerung der gemeinen Waldungen und resp. Weiden

161) Mittermaier deutsch. Privatrt. §. 129. a. E.
165) Ueber Zuschläge s. v. Löw S. 187.
166) Stat. der Dorfgemeinde Baar Art. l: „Das Corporativus-Gut
,, der Dorfgemeinde Baar soll als gemeinschaftliches und unver«
„pfändbares Gut der nutzungsberechtigten Genossen dirigirt
„ und benutzt werde»."

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