Full text: Volume (Bd. 9 (1845))

Pfandsatzung und Eigenthum.

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Sachsp. Ldr. III. 5, 4. 8vat man aver deme manne
liet oder sat, dat sal he unverderft weder brin-
gen, oder gelden na sime werde.
Es ist richtig, daß die Satzung wie das Commodat Ueber-
gabe des Objects mit der Verpflichtung des Empfängers zur ver-
tragsmäßig bestimmten Rückgabe bewirkt, aber es ist nicht richtig,
daß aus diesem Grunde beide Geschäfte hier neben einander stehen:
sie sind zwar im Uebrigen sehr von einander verschieden, aber sie
haben doch noch etwas Gemeinsames, nämlich der Commodatar
muß ebenso wohl wie der Pfandgläubiger die Sache unverdorben
wiederbringen oder ihren Werth bezahlen, mit andern Worten, in
beiden Geschäften trägt der Besitzer der Sache das perienlnm re!.
Das sagt der Vers, des Sachsp. hier und deshalb stellt er die
Satzung mit dem Commodat zusammen; die Widerruflichkeit des
Besitzrechtes ist ihm bei dieser Gelegenheit ganz gleichgültig : M a-
d a i behauptet, es liege darin der einzig mögliche Grund der Zu-
sammenstellung.
Die Satzung hat nach der vorhin angeführten Begriffsbestim-
mung noch ein Merkmal, wodurch sie sich von jenem gewöhnlichen
Pfandrechte unterscheidet. Das übertragene Eigenthum steht nicht
als ein accefforisches Recht neben der sicher zu stellenden Forde-
rung , es ist ein Aequivalent derselben und tritt ganz und gar an
deren Stelle. Zum Beweise dienen die Bestimmungen des Sach-
senspiegels über das Verfahren mit gepfändeten Sachen: Ldr. I.
53, 3. und I, 70, 2. Die erste Stelle enthält folgende Vorschrift:
Wenn Jemand Gewette oder Buße nicht zu rechter Zeü entrichtet,
so soll ihn der Frohnbote pfänden und das Pfand sofortver-
setzen oder verkaufen. Die zweite Stelle erörtert die Behandlung
eines Processes, der einen obligatorischen Anspruch gegen einen
Weder Dingpflichtigen noch vor Gericht anwesenden Schuldner zum
Gegenstände hat. Das Gericht gebietet dem Beklagten, binnen
vierzehn Tagen zu zahlen oder sich gegen die Klage zu vertheidi-
gen. Läßt er diese Frist verstreichen, so wird er gepfändet; findet
3) Die Worte „to hant“ können durchaus nicht anders gedeutet wer-
den. M ad ai fragt, ob man nicht zu treuer Hand übersetzen könne.
Wörtlicher ist diese Uebersetzung, die ein den Sinn änderndes Wort
in den Text einschiebt, gewiß nicht.

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