Full text: Volume (Bd. 9 (1845))

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Be seler:
ist der vom Erecutor ergriffene Besitz? Ohne Frage der s. g. juristi-
sche, mit der Wirkung der Interdicte; darüber kann wohl kaum
ein Zweifel bestehen. Zwar fehlt ihm die auf das Eigenthum ge-
richtete Willensbestimmung, und als Procurator im eigentlichen Sinne
besitzt er auch nicht, sondern eben in seiner eigenthümlichen Stellung
als Repräsentant des Erblassers, dessen Rechte er vertritt. So wie
aber der Erecutor den Besitz der Erbschaftssachen ergreifen kann, so
hat er auch einen Anspruch auf die dem Erben gegebenen Rechts-
mittel, um die Immission in den Nachlaß zu erlangen m), und
zwar muß in beiden Fällen consequenter Weise angenommen wer-
den , daß seine Befugniß die des Erben ausschließt, weßwegen er
auch, wenn er diesem den Besitz einräumt, Sicherheitsleistung für
die richtige Erfüllung der vorhandenen Verbindlichkeiten von ihm

sagt aber allgemein: „Und ist ihr Ampt, daß sie des Testirers
Verlassenschafft förderlich zusammen bringen,-auch in-
nerhalb hernach bestimpter Zeit den Testaments-Erben, Legatarien
und andern — — trenwlich außtheilen sollen." Daß Zusam-
men bringen hier so viel als: Besitz ergreifen bedeutet,
bezeugt schon Orth in den Anmerkungen ad h. 1. S. 410; vgl.
auch das Statut a. a. O. §.7.-„in allen solchen Gütern,
so der Testirer verlassen, und die Execuwres zu ihren Händen
bekommen haben." —Im baierischen Landrecht, Th. Hl.
Cap. 2. § 17. ist die Befugniß allgemein anerkannt, indem es
das. heißt: — — Im Uebrigen kan zwar 7mo ein Universal-Exe-
cutor — — sich der Verlaffenschaft, sofern possessio vacua ist,
gleich selbst ohne gerichtliche Einantwortung bemächtigen, Exc-
cutor particularis aber ist dessen niemal befugt, sondern muß das
Gut, welches er ansrichten soll, ohne Unterschied inter Possessio-
nem vacuam et non vacuam aus denen Händen des Erbens, Uni-
versal-Executoris oder Gerichts empfangen." Vgl. ebendas. §. 18.
Nr. 3. und 4. — Ueber das heutige französische Recht s. Code
civ, art. 1026. und über die coutumes Merlin, rep. 8. v. exe-
cution test. Nr. III.
136) In einem Urtheile des R. K. G.'s (bei v. Cramer, Wetzlar.
Nebcnstunden P. CX. Nr. 7. ist den Tsstamentserecntoren die im-
missio ex E. nlt. C. de Edieto D./Hadriani tollendo zwar abgeschla-
gen, aber nur, weil das Testament bereits ans erheblichen Grün-
den angefochten worden war. '

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