Full text: Volume (Bd. 9 (1845))

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B e se l er:
trifft 122)» Auch darüber ferner sind Alle einig, daß der Testator
dem Erecutor eine Belohnung für die übernommene Mühwaltung
zuwenden kann, sei es nun in der Form eines Vermächtnisses oder
auf andere Weise, namentlich durch die Aussetzung eines bestimmten
Salairs (s. die letzte Note). Die Natur des Rechtsverhältnisses
wird dadurch nicht verändert, und es ist nach den Umständen zu
entscheiden, ob der Anspruch des Erecutors auf Entschädigung durch
die ihm zugewiesene Belohnung aufgehoben ist, oder ob sie selbstän-
dig neben derselben besteht, was im Zweifel anzunehmen sein wird.
Ohne eine solche ausdrückliche Anordnung des Testators hat aber
der Erecutor keinen Anspruch auf ein Honorar, da sein Geschäft,
auf Freundschaft und Vertrauen beruhend, an und für sich als ein
unentgeldlicheö zu betrachten ist, wie alle so eben angeführten Ju-
risten übereinstimmend annehmen und auch die Particularrechte es
voraussetzen; nur das baierische Landrecht 1M) sichert dem Erecutor
allgemein „eine proportionirliche Ergetzlichkeit" zu. Indessen wird
es, wenn nicht besonders enge Bande zwischen den Betheiligten be-
stehen, oft angemessen sein, auch das Interesse des Erecutors an
die Uebernahme einer oft lästigen Geschäftsführung zu knüpfen und
ihn dazu durch eine verhältnißmäßige Belohnung für seine Müh-
waltung zu bestimmen. Auch ist es gegenwärtig, wo die mittel-
alterige Bedeutung der Seelgeräthe nicht mehr nachwirkt, allerdings
nicht selten, daß die Testamentserecutionen von kundigen Geschäfts-
leuten, die man natürlich am liebsten dazu beruft, als ehrenhafte
Erwerbsquelle angesehen werden, und daß man durch ein Opfer
die gute Besorgung der Angelegenheit gerne erkauft. Insofern
konnte Wernher m) sagen, die Erecution der Testamente Pflege

122) 8. Carpzov, jurispr. for, vorn. sax. P. III. Const. 15. def, 38.
— Mevius 1. c. Nr. 20. sqq. >— Sig. Fin ekelthaus, observatt.
pract, (Lips. 1662.) obs. 62. qu. 2. — Lauterbach 1. c. cap. X.
— H. Sch weder, de salariis (Tubing. 1680) §. 24. — V. Kreitt-
mayr, Anmerkungen Th. in. Cap. 2. §. 19. — Dürr, de mau.
cap. III. §. 19. — Schweppe, röm. Private. (4. Allsg.) Bd. 5.
§. 471. — v. Wen in g -In gen heim, Lehrbuch Bd. 5. §.471.
— Mittermairr, Grundsätze II. §. 464. a. E. — Bgl. code
civ. art. 1054. — Code civ. de Sardaigne art. 907.
123) Cod. Max. bav. civ. Th. III. Kapitel 2. §. 20. Nr. 5.
124) Selectae observatt. tom. III p. III. obs. 92. Nr. 13.

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