Full text: Zeitschrift für deutsches Recht und deutsche Rechtswissenschaft (Bd. 9 (1845))

Von den Testamentsvollziehern. 2M
in der Theorie durch nicht unbedeutende Auctoritäten vertretene An-
sicht eingewirkt, indem sie zum Theil bestimmte, und verhältniß-
mäßig kurze Fristen für die Beendigung der Erecution vorgeschrie-
ben haben ll9). Auch das französische Recht bestimmt, daß der den
Erecutoren eingeräumte Besitz (In zsisine) des Mobiliarvermögens
nur Jahr und Tag, von dem Tode des Erblassers an gerechnet,
dauern kann, und daß sie nach Ablauf dieser Frist Rechnung legen
müssen t2°); doch bleibt ihnen auch nachher noch die Aufgabe, über
die Vollziehung des Testaments zu wachen, und sich zu diesem Be-
huf ihres Jnterventionsrechtes zu bedienen m).
7. Entschädigung und Belohnung der Erecutoren.
Daß der Erecutor durch die Besorgung der ihm übertragenen
Geschäfte nicht in Schaden gebracht werden soll, versteht sich von
selbst; er kann daher alle Kosten und Auslagen ersetzt verlangen,
welche ihm direct oder indirect durch seine Function erwachsen sind,
also z. B. auch die Diäten für unternommene Reisen. An solche
Verwendungen ist gedacht worden, wenn einige Juristen, wie Carp-
zov von einer durch das Gericht zu bewilligenden besonderen Ver-
gütung handeln, während Schwepp e wohl darin zu weit geht,
daß er auch Ersatz für eine beträchtliche, dem Geschäft gewidmete
Zeit eintreten lassen will. Denn das hat schon der Charakter der
Belohnung an sich und muß nach den Grundsätzen, welche über diese
für die Testamentsvollstreckung gelten, beurtheilt werden. Zm All-
gemeinen herrscht aber, was den Punct der den Erecutoren zukom-
menden Entschädigung betrifft, volle Uebereinstimmung unter den
Rechtslehrern, so wie es auch unbestritten ist, daß die Last dieser
Entschädigung eine Erbschaftsschuld ist und als solche den Nachlaß

119) Das württ Lande, a. a. 0. 4. beruft sich auf die gemein-
rechtliche Frist von Einem Jahre; dieNnrnb. Reform, von
1565. Tit. 22. Gef 2. und die Franks. Reformt. Th. IV.
Tit. 11. §. 7. bestimmen, daß die Execntion regelmäßig binnen
zwei Monaten nach geschehener Inveutirung beendet seyn soll;
doch geben beide Statute für verwickeltere Verhältnisse längere
Fristen.
120) Code civ. art. 1026. 1031.
121) S. Merlin 1. c. Nr. VIII.

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