Full text: Volume (Bd. 9 (1845))

192

Beseler:
wir uns in der folgenden Darstellung an, indem wir nur statt des
letzteren Ausdrucks den der Specialerecutoren wählen
Es ist nun das Rcchtsverhältniß der Testamentserecutoren in
seinen einzelnen Beziehungen zu betrachten, indem die gemeinrecht-
liche Beschaffenheit des Instituts dargelcgt wird, so weit dieß ohne
die Berücksichtigung der besonderen testamentarischen Anordnungen
geschehen kann. Zuerst ist dabei von den Universalcrecutoren zu han-
deln , und von diesen wieder vorläufig ohne Rücksicht auf die ihnen
zustäudigen Vcrwaltungöbefugnisse, denen eine eigene Erörterung
gewidmet werden muß.
i. Die Universalexeeutoren.
A. Allgemeine Grundsätze.
l. Kann der Testator seine Verfügung auf den Willen des
Erecutors stellen?
Im Mittelalter geschah es, wie früher gezeigt worden ist, (s.s. 1.
Rote 11) nicht selten, daß der Erblasser, anstatt jeder anderen ge-
naueren Vorschrift seinem Erecutor im Allgemeinen die Befugniß cin-
räumte, den Nachlaß nach bestem Ermessen zu verwenden und nament-
lich zu frommen Zwecken darüber zu verfügen. Diese Form der testa-
mentarischen Anordnungen kann aber nach heutigem Recht, welches
die Nothwendigkeit der Erbeseiusetzung anerkennt, nicht mehr Vor-
kommen , und in der That ist sie auch aus der modernen Praxis
verschwunden, wie denn ja überhaupt die Seelgeräthe nicht mehr
dieselbe Bedeutung, wie in früherer Zeit haben. Den Universal-
e.recutor im Sinne des älteren Rechts, der üeteäis loco sein sollte

nur zu eines sonderbaren gewissen Geschäfts verordnet. Ersten-
falls heißt er universalis, anderenfalls particularis Executor." —
Die ältere Terminologie, nach welcher unter dem executor univer-
salis derjenige verstanden ward, dem überhaupt die Verfügung über
den Nachlaß ohne weitere Beschränkung von Seiten des Testators
überlassen war (s. §. 2. Note 16), kommt hier natürlich nicht in
Betracht. Sie bezog sich auf ganz andere Verhältnisse und Be-
griffe, und ist mit diesen aus der Theorie verschwunden.
95«) Auch Mühlenbruch, §. 657. Note 5. unterscheidet generelle
und specielle Execntoren.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer