Full text: Zeitschrift für deutsches Recht und deutsche Rechtswissenschaft (Bd. 9 (1845))

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Förster:
Gewerbe machten, durch ein solches Benehmen von Seiten ihres
Schuldners aber in Ausübung dieses Gewerbes gestört werden würden.
Kann der Pfandgläubiger den Unschulds - Eid nicht schwören,
oder bringt der Kläger zwei Zeugen dagegen (Goslarer Statuten
S. 36, 5. S. 94, 11.), so ist er zum Entgelten verpflichtet. Die
Größe des Schadens wird — wie das Goslarer Statut S. 82,
16 sagt: äst M0t he ghelden na Minnen oder na sinem werde
— nach beliebiger Abschätzung der Betheiligten, oder nach dem
wahren Werthe bestimmt. Letzteres geschah wohl durch s. g. gute
Leute (vergl. Lüb. R. Cod. III. Art. 206). Das baierische Landrecht
S. 114 läßt den Ueberführten noch an den Richter Gewette zahlen.
Nachdem nun im Allgemeinen festgestettt ist, daß der Pfand-
gläubiger für Verschulden haste, und wie es bewiesen werde, gehe
ich in die einzelnen Fälle ein, ihr Besonderes hervorzuheben.
l.) Widerrechtliche Thätigkeit bei zugestandenem
Geb rau ch.
Meist sprechen die Rechtbücher, Stadt- und Landrechte des
Mittelalters — soweit sie mir bekannt sind — vom Faustpfande an
beweglichen Sachen, seltener von dem an Grundstücken, daher wird
auch des zugestandenen Gebrauchs, und der sich daraus bilden-
den eigenthümlichen Verhältnisse selten gedacht. Wo es geschieht,
wie z. B. Münchner Stadtr. 106, baierisches Landr. 112, wird
nicht die Haftpflicht des gebrauchenden Pfandgläubigers erwähnt, so
daß wir für Beantwortung dieser Frage ganz im Stich gelassen
werden. Nur Urkunden gewähren einige Aushilfe , die freilich in-
sofern stets ungenügend bleibt, als sie beim Beginn des Verhält-
nisses aufgesetzt worden sind, während für uns wichtiger wäre zu
wissen, wie der Pfandgläubiger nach der Beschädigung zum Ersatz
angehalten worden. Daher müssen wir zufrieden sein mit allgemei-
nen, sehr wenig bezeichnenden Ausdrücken.
Meichelbeck, historia Frisingensis II, 2. S. 131. Nr. 206,
a. 1298 .... „daz O. ze sinen lebtagen inne haben sol
„... mit allem dem nutze und rehten und eren . ge-
„setzet und geantwurt ze einem rehten pfant ... und sol
„auch daz vorgenant guot niezzen als ander sein guot mit
„unserm guoten willen, als verre in sein bescheiden-
„heit leitet und sein gewizzen.“
Noch unbestimmter ist:

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