Full text: Volume (Bd. 9 (1845))

Die Verantwortlichkeit d. Sahungs-Gläubigers. 121
Baierisches Landrecht S. 114. „Wenn einem phant geantwurt
werdent, vert er damit nicht als recht ist, und näm des diser
schaden, den sol er im abtun.“ Westerwvlder Landrecht von 1470 -
(von Richthofen S. 276.) cap. XV. §. 5. „Item of die ene Men-
sche den anderen gelt leende, ende hem daer een pant voer
geset hadde, dat sal he alsoe guet weder over lereren, als he
dat ontfangen heft, wanner hem syn gelt weder gegeven is.“ Ob
der Pfandgläubiger schuldig sei an der Verschlechtung des Pfandes
wird nach den allgemeinen Grundsätzen über den Beweis entschie-
den , d. H. derselbe Hat auf die Anschuldigung des EigentHümers
das Recht des Entgehens durch Eid. Die Anschuldigung darf nur
die einfache Behauptung sein: der Pfandgläubiger trage Schuld an der
Verschlechterung. Eine Unterstützung durch Zeugen weisen die Sta-
dener Statuten (Pufendorf I. Anh. S. 193.) V, 12. zurück: „men
ne mach nenen schaden tilgen uppe nenen man. Vergl. Lüb.
R. Codex H. Art. 165. Codex Hl. Art. 308. Der Schaden muß
vom Verletzten ausdrücklich benannt werden; eine allgemeine
Angabe genügt nicht. Lüb. R. Codex IH, Art. 165. „So we deme
anderen schult ghevet dat he eine schadet hebbe de scal den
schaden benomen.“
Hierauf leistet der Pfandgläubiger seinen Eid, daß er unschul-
dig sei. Lüb. R. Cod. II. Art. 165. Iü. Art. 92. 308.
Verdener Statuten (Pufendorf 1. Anhang S. 97.) Etat. 54.
„Wolde averst de idt gesettet hadde, seggen, dat idt van
„sinen schulden verrökeloset oder ummekamen sy, des mag
„he ohme entgan mit sinem eide.“
Baierisches Landrecht S. 114. . . „so so! der antwurter (der
„Psandgläubiger) war machen mit seinem aide, daz er da-
„mit gevarn hab, als recht ist, und des sol er gemessen.“
Der vermehrte Sachsenspiegel berichtet Näheres in UI, 17.18.
19. 21. über den Fall, wo ein Christ und ein Jude im Pfandver-
hältniß stehen. Auch der Jude, der ein Pfand besitzt, kann durch
Eid der Anschuldigung entgehen; er beschwört, sorgfältig dasselbe
bewahrt zu haben. Wollte aber der Christ sein Pfand, weil er es
für verschlechtert hielt, nicht lösen, und damit auch seine gelobte
Schuld nicht zahlen, so kann der Jude ihn mit Klage zu einer Er-
klärung zwingen. Dieß erklärt sich unstreitig aus dem besonder»
Verhältniß der Juden, die aus dem Ausleihen für Pfänder ein

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