Full text: Zeitschrift für deutsches Recht und deutsche Rechtswissenschaft (Bd. 1 (1839))

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I. We iske:

benutzt hat; vielmehr finden wir in ihr da, wo sie Rechtsgegen-
stände erwähnt, von denen der Sachsenspiegel auch handelt, daß
sie andre Ansichten als unser Rechtsbuch hat. Man vergl. des-
halb II. a. 26. wegen des Markts und der Münze, II. a. 27. §. 2.
' wegen des Geleites, III. a. 66. §. 1. 2. wegen der Bannmeile und
Burg.

Der Sachsenspiegel ttmj? nichts von dem Sturze
Heinrichs des Löwen.
Ist es somit nicht unwahrscheinlich, daß der Sachsenspiegel
unter Friedrich I. verfaßt wurde, so wird die Frage, die zu-
gleich auch zur genauen Zeitbestimmung dient, noch wichtig, ob
er vor oder nach dem Sturze Heinrichs des Löwen entstan-
den sey.
Es scheint zwar fast, als habe der Verfasser unsres Rechts-
buches geflissentlich Alles vermieden, woraus sich die Zeit seiner
Entstehung abnehmen läßt, wie die Nennung bestimmter Perso-
nen rc., und als habe er sich mit Absicht von Erwähnung der
Zeitereignisse fern gehalten, um nur das Recht, entbunden von
der Beziehung zu gewissen Zeiten und Personen, darzustellen;
und so könnte man auch glauben, daß er aus gutem Vorbedacht
jede Anspielung auf das gedachte, höchst wichtige politische Er-
eigniß hinweggelassen chabe, daß folglich der Sachsenspiegel trotz
der Nichterwähnung des.Sturzes Heinrichs des Löwen nach
demselben erst entstanden sey. Zn der That ist es auch wohl
kaum möglich, etwas Unwiderlegbares für die eine oder andre
'Ansicht vorzubringen, obwohl vielleicht die speciellste Kenntniß,
der Geschichte jener Tage Genaueres zur Entscheidung unsrer
Frage beitragen könnte. —
Die Andeutung, welche sich III. a. 53. 23) über die Ab-
nahme der herzoglichen Gewalt findet, scheint sich aller-

23) Iewel? düdesch land herret sinen herthogen vnde palenzgretten,
fassen, beleren, vranken vnde svauen. Dit waren alle koninge; se«
- der wandelde man vn den'nemen vnde hiet sie herthogen . feder sie

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