Full text: Volume (Bd. 1 (1839))

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Das Pfändungsrecht.
lief, mußten 6 Pf.; wenn man es dahin trieb, 3 Schillinge
als Buße gezahlt werden ***). Eben so viel hatte zu entrichten,
wer auf fremdem Grundeigenthum Holz geschlagen, Gras ge-
schnitten, in wilder Wage gefischt hatte, wogegen die Buße auf
30 Schill, stieg, wenn man Holz, das gepflanzt war, geschla-
gen, in gegrabenen Teichen gefischt hatte 332). Von 3 auf
30 Schill, stieg nach Schwäbischem Landrecht auch die Buße bei
einer dritten Wiederholung 333). — Es soll hier nicht weiter
aus einander gesetzt werden, wie verschieden diese Bußen, was
ihre Größe betrifft, in den verschiedenen Nechtsquellen bestimmt
waren, wie im Laufe der Zeit durch Einwirkung mannichfacher
Umstände diese Verschiedenheit immer größer werden mußte. Wie
sehr man aber die Natur dieses Pfandgeldes verkannt hat, geht
zunächst daraus hervor, daß ein feststehender Sächsischer Gerichts-
gebrauch das Pfandgeld für alle Fälle auf 1 Schillingspfen-
nig oder 16 Pfennige (ohne Zweifel auf Veranlassung der Säch-
sischen Constitutionen, die den Ausdruck Pfand sch illing statt
Pfandgeld gebrauchen) bestimmt hat33^); und Bauer hat
sogar behauptet, daß dieses gewissermaaßen im Sachsenspiegel be-
gründet fei, in so fern dieser für alle Fälle eine Buße oder
Pfandgeld von 6 Pfennigen vorschreibe 33^). Von der Be-
hauptung der älteren Sächsischen Juristen (welche ebenfalls von
der Verkennung des Pfandgeldes zeugt), daß es dem Richter,
nicht dem Pfänder gezahlt werden müßte, soll noch unten die
Rede sein. Gapke aber sagt 33G): „Der Pfandschilling ist
zweierlei Art, von welchem die erste denen Gerichten auf Tag

für jedes Rad bestimmen. Dazu noch Uplands L. Wtyerb.
c. XII. s.i. P. 230. Rugian. Lamdr, c. 76. S. 325 a. E.
331) S. Sp. II. 47. 8. 1. 2. Bgl. Note 121.
332) S. Sp. II. 28. 8. 1. 2.
333) Schwab. Lande, e. 221.
334) Carpzov. def. for. ad Const. II. 27. def. 5. n. 8. Bauer
de pign. 37. Haubold Sachs. Private. 8- 167. not. f. Auch im
Satzdahlumer Landtagsabsch. a. a. O. ist das Pfandgeld, wie es
scheint, durchgängig auf einen Groschen gefetzt.
335) Bauer I. c.
336) Gapke Dorf- und Bauernrecht 8-548.
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