Volltext: Zeitschrift für deutsches Recht und deutsche Rechtswissenschaft (Bd. 1 (1839))

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Wilda:

geübt werden mußte. Sie gestatteten ferner und sahen als im
gemeinen Rechte begründet an die Pfändung nicht nur wegen
Weide-, Jagd-, Holzungs-, Fischereigerechtsame und ähnliche
Rechte, sondern auch wegen der Jurisdiction, um sich im Be-
sitz derselben zu manuteniren, wegen hergebrachter Zölle, Wege-
gelder gegen diejenigen, welche verbotene Wege einschlugen, um
sic zu umgehen, wegen des Laudemiums bei der Emphyteuse m);
ja es wurde dieselbe auch denen zugestanden, welche Bierbrauerei-
gerechtsame hatten 173), sx, wie man aus dem Gesichtspunkt einer
Erhaltung im Besitz wohlhergebrachter Rechte, mitunter auch die
Gemeinrechtlichkeit der wohl den Kaufmanns-Collegien und
Handwerkszünften zustehenden Pfändungsbefugniß gegen Ungenos-
sene und Störer ableiten wollte m).

172) Dieses alles führt namentlich Carpzov l. c. an. vgl. ferner
Kr e i t t m ahr a. a. O. und G erstlach er a. a. O. — Lcyser
meil(l. 595. §.4. „So ist der Besitzer des Hauses Brachwitz, da.
ferne er bisher das Brücken« und Wegegeld von den Leute» erho«
ben, demnach in Possession solchen Juris stehet, wohl befugt, die-
jenige, welche sich solches Geld ferner zu entrichten weigern, zu
pfänden und sich dadurch im Besitz zu schützen.
173) Seliö pH'e r de jure hraxandi P. II. c. 4. p. 183. (.leime
1714.): Primum ergo medium conservandi Im jus juris est pigno-
ratio, quatenus turhantilms vel instrumenta Inaxandae cerevisiae
apta et necessaria vel suspensa hedera, die Ruthe, der Wisch,
Kranz oder Korb ve! mensurae , quibus alteri cerevisiam adme-
tiuntur, auferuntur. Er vertheidigt auch, daß man in die fremde
Behausung der Pfändung wegen eingehen könne, ohne sich einer
strafbaren Gewalt schuldig zu machen. (>. e. K. 30 - 57.) Ley-
ser medd. CXI. §. 12. (Aus einem Helmst. Resp.): Wiewohl nun
vermöge einer in Teutschland überall ein geführten Ge-
wohnheit einem jeden, welcher in der Possession seines wohlher-
gebrachten Rechtes turbirt wird, sich durch privata au tori täte
vorgenommene Pfändungen wider den turhante» zu schützen,
inmaßen solches insonderheit pro tuendo jure braxandi »erstattet
wird.
174) Kreittmayr a. a. O. S 1270. meint, man müsse unterschei-
den, ob die Pfändung pro poena vel coercitatione geschehen, dann
sei sie species jurisdictionis v. executiouis und müsse besonders
-hergebracht sein, oder ob pro tuendo jure gegen Störer, dann
sei sie species defensionis und im gemeinen Recht begründet.

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