Full text: Zeitschrift für deutsches Recht und deutsche Rechtswissenschaft (Bd. 1 (1839))

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Das Pfändungsrecht.
lehre glaubte anwenden zn müssen. In den Sächsischen Consti-
tutionen hat man die Pfändung ans diesem Gesichtspunkt auf-
gefaßt, und so setzen dann auch manche Sächsische Juristen die
Wirkung der Pfändung hauptsächlich in Unterbrechung der
Verjährung 17W).
War die Pfand ring dadurch ein Schutzmittel des Eigen -
thnms und der darin enthaltenen Rechte geworden, so lag es
nun nahe und gab es sich von selbst, sie auch als ein Schutz-
mittel des Besitzes anfzustellen. Dieses aber um so mehr, da
mancher Grundbesitzer, dein ein Eigenthumsrecht nicht zugeschrie-
ben werden konnte, welcher aber den Schaden tragen mußte, der
an Feld, Weide u. s. w. geschah, das Pfändungsrecht auch nach
deutschem Rechte und Herkommen übte. Es wurde nun von
den Juristen auch allen denen zugestanden, die nicht im Besitz
von Grundstücken selbst, sondern nur von Rechten daran wa-
ren. So war das Psandungsrecht nicht nur ein Mittel gewor-
den, die anmaßliche Erwerbung von Servituten und von anderen
Realrechten zu verhindern, sondern auch, wo sie zustanden, sich
im Besitz derselben zu behaupten 171). Durch diese Auffassung
der Juristen aber, welche, bereits ein Erforderniß der ursprüng-
lich deutschen Pfändung, einen angerichteten Schaden, beseitigt
harten, war nun auch ein zweites weggefallen, nämlich daß sie
von dein Inhaber des Grundstückes — also innerhalb der Were —

170) So namentlich insbesondere Haubvtd Sachs. Privalr. 8- 107.
170 Carpfinv De!', for. I'. 11. Oonst. 27. lief. 3. — ideoque mm
so! um pro damno dato , sed et pro c o n s erva n d a j u r i s d i -
etione, libertate, aliis que juribus ad avertendas ser-
vitutes et removendas perturbationes pigneratio permittitur.-
O u i n et p r o e o n s e r v a n da servitute licita est p i g u o -
ratio. — Me vius Docis. P. II. D. 34. n. 7. Causa pignerandi
justa habetur defensio rei vel juris sui, ve luti cum quis vel
]> r o e o n s e r v a n d a f u n d i s u i libertate adversus injuriam,
servitutem aliave onera inferentem, tentantem, vel pro inter-
rumpenda praescriptione contra actus praejudiciales, vel pro
servitute in alieno praedio q u a e s i t a, contra tu r banteni
retinenda et usurpanda, pignorat et hoc remedio adversa amor-
t-iri intendit, cf. Stryck de pign. c. 2. §. 5 —10. Kreittmayr
Ämnerk. Üb. den Cod. Maximil. Th. 2. <5.6. 8- 24. N. 2. (S. 1269.)
Gerstlacher Hdb. d. Reichsges. Bd. 10. S. 2370.

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