Full text: Volume (Bd. 1 (1839))

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Das Pfändungsrecht.
cmspruch zurückzubehalten ,3S). Bei der schleunig vorgeschriebenen
Auslösung des gepfändeten Viehes brauchte nicht sogleich die
ganze Sache definitiv abgemacht zu werden, sondern es genügte,
wenn der Eigner dem Pfänder Bürgen setzte oder das genom-
mene, essende Pfand gegen ein gesetztes, liegendes Pfand aus-
tauschte 139). Besonders m den nordischen Gesetzen ist viel von
dieser Setzung eines waej? für nam die Rede. Es scheint da-
bei auf die Größe des so gesetzten Pfandes, nach manchen Rech-
ten, gar nicht angekommen zu sein, indem es nur ein Zeichen
dafür sein sollte, daß man einen Anspruch wegen des durch das
Vieh angerichteten Schadens anerkenne, und ihn nach geschehener
Schätzung berichtigen wolle14°). Die Dänischen Gesetze weichen
hier aber von den Schwedischen ab, denn nach diesen sollte so-
wohl das gesetzte, wie das genommene Pfand, wenn es nicht
ausgetaufcht wurde, zur Sicherheit für die Forderung in der
Weise dienen, daß das Pfand dem Inhaber verfiel, wenn er
wegen seines Schadens- und Bußanspruches, wo ein solcher vor-

138) Nach dem Burg« irdischen Gesetz X1NX. 3. sollte sogar, wenn
der Eigner des Wiehes unbekannt war und er sich nicht gemeldet
hatte, dasselbe ebenfalls wieder ausgetrieben werden. Es geht aus
dem Gesetze selbst hervor, daß diese Borschrift im Interesse der
Wieheigner gegeben ist; das Longobardische Recht I. Rot haris
c. 348. bestimmt auch statt dessen, daß der Pfänder das gepfändete
Vieh, so lange es nicht ausgelöst wird, wie sein eigenes gebrauchen
kann, und nicht verantwortlich ist, wenn es inzwischen stirbt.
139) I). Rotharis c. 351.-Et si in curte minaverit ille,
cujus peculium est, roget eum, ut reddat illi, sic tamen, ut
det ei pignus per ultimum valens siliquas III, aut certe fide-
jussorem sub tali titulo, ut damnum, quod arbitratum fuerit,
componat, secundum fabulam, qualiter inter vicinos ipsos est.
140) Darauf deutet eine Bestimmung im Ostgothlandischen Gesetz
Bygd. c. 18. §. l. p. 208. Nimmt ein Mann eines andern Vieh ein,
kommt der Eigenthümer, und erbietet er sich, Pfänder zu setzen,
wie groß sie auch sein mögen (oll biu^aer vaeh til, ae hum my-
ldl sum hön aeru), so sollen die Pfänder zur Stelle sein, damit
es nachher nicht verlaugnet werden kann; dann sollen die Nach«
barn n. s. w. — Upl. Wtyerb. B. c. 7. §. 1. p. 224. — oll saeti
bondaenum sliiaelae wae|) rnaeh witnum forae fae sitt: — und
er setze dem Bonden rechtmäßiges Pfand mit Zeugen für sein
Vieh.

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