Volltext: Zeitschrift für deutsches Recht und deutsche Rechtswissenschaft (Bd. 1 (1839))

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Wilda:

lichen Hofverband statt fand, doch immer ein gewisses Verhält-
niß der Unterordnung begründet wurde; selbst in den Städten
scheint in der Zeit der Ausbildung des Bürgerstandes etwas der
Art statt gefunden zu haben, was sich wohl daraus erklärt, daß
Vollbürgerthum und Besitz einer städtischen aroa mit einander zu-
sammenhing und nur die kleinen Leute es waren, die zur Mie-
the wohnten, und so als städtische Hintersassen unter einem ge-
wissen Patronat ihres Miethsherrn gestanden zu haben scheinen.
Das Gildenwesen der Handwerker und Kleinbürger machte dem
ein Ende.
Wiewohl Dunker"^) der Ansicht Albrecht's llr>) wider-
sprochen hat, daß beim Rentenkauf eine gewisse Nachbildung des
gutsherrlichen Verhältnisses statt fand, oder, wie man es viel-
leicht auch fassen konnte, daß man die Grundsätze von vorbehal-
lenem Grundzins und der Miethe (die Ausdrücke: Erbzins, Haus-
zins, sind auch dieselben) auf die gekauften Renten und aufgelegten
Zinsen übertragen habe, so habe ich mich doch von dem Gewichte
der gegen Albrecht vorgebrachten Beweise nicht überzeugen kön-
nen, da ja doch auch dieser annimmt, daß eine Umbildung vor-
gegangen und man das Institut selbstständiger, seinem eigentlichen
Wesen gemäß gestaltet habe, so daß statt der Gewere an dem
Grundstück selbst, die man anzunehmen geneigt war, später eine
Zinsgewere deutlicher hervorgetreten sei. Aus dem erklärt sich
dann auch die Ucbertragung des Pfändungsrechts auf Renten
und Gülten, selbst, wo man ein solches wegen anderer kunt-
licher Schuld nicht zuließ. Ehe wir diesen Gegenstand verlassen,
ist auch noch Eines zu erwähnen. In einigen Statuten wird
hervorgehoben, daß der Rentegläubiger den Miethsmann eines
Grundstückes, worauf die Rente haftet, bis zum Belauf der
Miethe pfänden kann, und dieser die Pfändung leiden muß lle).

114) Dunker Lehre v. d. Reallasten S. 43 ff.
115) Albrecht v. d. Gewere S. 157 ss.
110) 8tat. Bremens a. 1303. e. 115. (b. Oelr ichs Gesetzbücher
der Stadt Bremen S. 135.) — dhe route scal men vorderen
uppe dhen glieueii in dheme erve wonet also vere alse sine
hure keret. dhe it huret heit. breike eine dhar wat an dhat
scal he vorderen uppet erve. Hier ist freilich nur vvn einer For-

Waiting...

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