Full text: Volume (Bd. 1 (1839))

Das Pfändungßrecht. 189
genommen werden dursten. Der Grund dieser Beschränkung des
Pfändungsrechtes ist übrigens nahe liegend genug: es sollte der
zu Pfändende so wenig als möglich in seinem landwirthschaft«
lichen Betriebe, worauf vielleicht die ganze Erhaltung seines
Haushaltes beruhte, gestört werden.
Es liegt außer unserm Zweck, die Grundsätze über die ge-
richtliche Pfändung (die Auspfändung) und deren Fortbildung
hier weiter zu entwickeln45). Es soll nur darauf aufmerksam
gemacht werden, daß heutigen Tages wohl noch ein Pfändungs-
recht Vorkommen kann, welches sich früher auf eine zustehende
Jurisdiction gründete und forterhalten hat, während diese unter-
gegangen ist. Es kann ein solches Verhältniß aber bei Guts-
herren rücksichtlich ihrer Gutseingesessenen 4ß), bei Gemeinden 4?)
und bei Zünften sich finden; bei welchen letzteren aber wohl zu
unterscheiden ist das Pfändungsrecht, welches den Corporationen
überhaupt gegen ihre Mitglieder zustand, und nur dieses gehört
hierher, von dem, welches zur Erhaltung der Zunstgerechsame
nach außen geübt wird.

tor ipsius alias res non habeat, nisi quod supra legitur. Tunc
Sculdahis tollat boves aut caballos ipsius, et pouat eos paene
creditorem dum usque justitiam faciat. JSi Sculdahis dilataverit
facere sit culpabilis in palatio Regis sol. XI — (muß gewiß hei-
ßen XL) — et post justitiam factam pignus restituatur.
45) Manches über die gerichtliche Auspfändung in M. A, was auch
für die Gegenstände, die »wir weiter unten erläutern werden, der
Vergleichung wegen nicht ohne Interesse ist, enthält Ko pp Hessi-
sche Gerichtsverfassung Bd. 1. §. 408 — 412.
46) Kopp a. a. O. §. 278. Puffen dorf Observ. Vol. II. Obs. 61.
Puffen dort' de Jurisdict. P. II. ycet. 2. c. 5. §. 8 sqq.
selbst er eine Verordnung der Königin Christine für Bremen und
Verden aufführt: Dann auch — der Adel und die Gutsherren ihre
Meyern, die sehen gesessen wo sie wollen in geringen liquiden
Schuldsachen auf Ansuchen ihrer Gläubiger vermittelst der Pfän-
dung zugehörender Zahlung anzuweisen befugt gewesen, so soll es
auch inmassen hergebracht, hinführo verbleiben und gelassen wer-
den. — Es ist hier nicht von einer Pfändung der Gutsherren im
eigenen Interesse z. B. wegen Sinsen die Rede.
47) Kreittmayr Anm. z. Baier. Lankr. Dd. 2. G. 1268. Gtrü-
ben rechtliche Bedenken (Ausg. v. Spangenberg) LH.3. ©.307.

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