Full text: Volume (Bd. 1 (1839))

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Das PfändungsrechL.
zur Pfändung dadurch noch einigermaßen vermittelt, daß er sagt,
im M. A. konnte ein Pfändungsrecht (vermöge der Pfandclausel)
auch durch Vertrag entstehen, dieses ist jetzt unerlaubt, aber
es giebt ein erlaubtes Pfändungsrecht, das nicht auf Vertrag
beruht. Beide handeln also unter der Rubrik von den Verträ-
gen von einem Recht, zu dessen Entstehung es eines Vertrages
gar nicht bedarf. Bei Runde geschieht dieses in Beziehung auf
einen Theil, des noch erlaubten Pfändungsrechts, bei Eichhorn
in Beziehung auf die ganze Lehre, da er der Pfändungsclausel
nicht die Kraft eines Vertrages giebt und also die Pfändung gar
nicht als auf Vertrag beruhend ansieht. Eichhorn geht also
lediglich von dem Gesichtspunkt aus, daß durch die Pfändung
ein Pfand entsteht, wie durch den Pfandcontract. Es ist beim
Institut der Pfändung aber gar nicht das Charakteristische, daß
dadurch ein Pfand entsteht, sondern die Art und Weise wie es
entsteht. Wir werden aber nicht nur sehen, daß gar manche
Verschiedenheit zwischen den Rechten obwaltet, welche aus einem
genommenen oder einem gesetzten Pfände entstehen, sondern
daß bei ersterm oft (z. B. bei der Pfändung um die Verjährung
zu unterbrechen) fast lediglich nur das Ergreifen der Sache, und
fast gar nicht das Behalten und das Befriedigen aus derselben,
in Betracht kommt.
2. Bei vielen Rechtslehrern finden wir die Pfändung bei
den dinglichen Rechten; sie wird in Verbindung mit dem Besitz
abgehandelt. Doch läßt sich hier ein zweifacher Standpunkt un-
terscheiden. rr) Der eine kann als der der älteren, besonders der
sächsischen Juristen, bezeichnet werden, welche in der deutschen
Pfändung vorzugsweise ein geeignetes Mittel fanden, die römi-
sche Verjährung zu unterbrechen, den Besitz zu schützen 3). Die
Pfändung wegen eines zugefügten Schadens wird dann (wir
werden unten sehen, wie diese Ansicht entstanden ist) auch unter
den Gesichtspunkt einer Besitzstörung gebracht; die Pfändung
wegen Schuld übergeht man aber wohl als ein veraltetes Insti-
tut, als wenn durch die Veraltung auch der innere Zusam-
menhang, der früher statt gefunden haben muß oder kann, aufge-

3) So z. B. Haubold Sächsisches Privatrecht 8- 123.

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