Full text: Volume (Bd. 1 (1839))

127

Gewere des deutschen Rechts.
Gewere ließ, so konnte der. Eigenthümer den Dritten, in dessen
Hand die Sache auf diese Weise gelangt war, deshalb nie in
Anspruch nehmen. Er hatte nur eine Forderung gegen den
Commodatar. Auch der Tod dieses letzter» stellte hier die Un-
Mittelbarkeit zwischen dem Eigenthümer und seiner Sache nicht
wieder her, weil es immer nur darauf ankam, wie und wodurch
die Sache aus den Geweren des Commodans gekommen war.
Der Eigenthümer konnte sich also hier wegen seiner Entschädi-
gung nur an den Erben des Commodatars halten; aber nach
dem altern Rechte war er dabei freilich sehr gefährdet, weil der
Erbe die Schuldverbindlichkeiten des Verstorbenen nur so weit zu
erfüllen brauchte, als die in dem Erbe Vorgefundene fahrende
.Habe zureichte 43). Später als die römische Idee von der juri-
stischen Einheit des Erblassers und des Erben in das deutsche
Recht eindrang, änderte sich dies freilich zu Gunsten des ur-
sprünglichen Eigenthümers einer solchen beweglichen Sache, und
jüngere Statuten nennen neben dem Commodatar ganz allgemein
auch dessen Erben als denjenigen, den der Eigenthümer solle in
Anspruch nehmen dürfen. Vgl.
Rev. Lüb. R. HI. 2,1. »Was ein Mann dem andern leh-
net, das soll er ime unverdorben wieder geben, oder bezahlen
nach seiner Würde, wenn es verlohren were. Verkausst, ver-
gäbe, versetzre, oder alienirte er aber das gelehnete Gut, —
so hat der Commodans oder Ausleiher keine Ansprache wider
diejenigen, welchen es verkausst, vergeben oder versetzet wor-
den, sondern muß bei seinem Manne dem Cornrnodatario,
dem er es gelehnet, oder bey seinen Erben, auf dem
Todesfall bleiben; dann Hand muß Hand wahren."
Hamb. Statut, v. 1603. 11.2,7. „Welcher Mann dem
andern leihet sein Pferd, Kleid, oder was es für Gut sey,
und auf wasserley Weise er das aus seinen Wehren lässet, mit
keinem Willen; und verkausst es derjenige, der es in seinen
Wehren hat, oder versetzt er dasselbige, oder wird es ihm ab-
geraubet oder gestohlen; so mag derjenige, der es erstlich ver-
liehen oder versetzt hat, darauf wider den Einhaber desselben,
43) Sachsensp. i. 6. Meine Abhandlung hierüber in den Miscellen
des D. R. S. 75 fg.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer