Full text: Volume (Bd. 3 (1840))

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Gaupp:

anderer Abkunft übertragen worden sein, wie sich denn B. nri'nnd-
lich Nachweisen läßt, daß selbst Polen hin und da in 3 Wlcnen reut
sches Recht erhalten haben ^). Aber die erste Giusülmmg jener Reebtc
kann schwerlich in etwas Anderem als in fränkischer und stäinifebcr
Abkunst der gleichzeitig mit jenen Reebteu selbst ins Vanr gckomme-
nen Colouistcu ihren Grund gebabt baben.
In dem Werke von I ; s eü o vv e und D t e n ; e l D. 101 wird
cs wahrscheinlich gemacht, daß flämisches oder fränkisches Recht wc
sentlich nichts Anderes als deutsches .'Hain gewesen sei. Ich würde
jedoch mit Beziehung ans die dort angeführten Griuire lieber sagen,
es liege die Vermuthung sehr nahe, daß hinter dem allgemeineren Ans-
drucke: jus Teutonicum in den schlesischen Urkunden der Regel nach
gerade an fränkisches oder flämisches Recht, also nicht an sächsisches,
bairisches, schwäbisches zu denken sei; und auch dies könnte ja um
als neuer Grund für die Annahme starker fränkischer und flämischer
Ansiedelungen dienen. Allein noch läßt sich die Frage aufwerfen,
welches Verhältniß denn zwischen dem fränkischen und dem flämi-
schen Rechte im Allgemeinen anzunehmen sei? Wie mir scheint, ein
ähnliches wie zwischen denr deutschen und dem fränkischen. Alles
fränkische ist zugleich deutsches Recht, aber nicht umgekehrt. Alles
flämische ist zugleich fränkisches Recht, aber nicht umgekehrt; das
flämische ist eben nur eine Speeies des noch mehr in sich begreifen-
den fränkischen Rechts, und zwar ist für den eigentlichen Hauptkern,
für den normalen deutschen Bestandtheil in dem flämischen oder fla-
irländischen das salfränkische Element zu halten I. Die Bezeichnung

denen deutschen Völkerschaften, theils in demselben Volke in Betreff der
verschiedenen Stände, herrscht im Allgemeinen auch noch in dem Sach-
senspiegel vor. I. 16. 30; III. 33. 54. tz. 4.
4) Lzschoppe und Stenzel a. a. O. S. 130.
5) Ueber den Ursprung des Namens Flamand, Flämisch, über den
Unterschied der Flandre flamigante, d. h. des deutschen oder germanischen
Flanderns, dessen Sprache noch jetzt duits oder duitseh genannt wird,
und der Flandre gallieanle oder walloue s. Warnkönig, Flandr. St.-
u. R.-Gesch., Bd. 1, S. 86, 92; diplomat. Anhang, S. 1. Der Name
Flamingi scheint in flandrischen Urkunden selbst nicht gerade sehr häufig
vorzukommen. Vgl. jedoch Warnkönig Bd. II. Abth. 1, Urkunden-
buch von Gent, Nr. 13. Auch Bd. I, S. 463; diplomat. Anhang, Nr.
16, S. 42, 43. Flaadrenses und Flamingi werden in dieser intcreffan-

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