Full text: Volume (Bd. 3 (1840))

Die juristische Gewere an Immobilien

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bleibend erkennbar zu machen; es wird genügen, wenn die aus
jenen hervorgegangenen rechtlichen Mittel, wodurch die Beobach-
tung der rechtlichen Grenzen erzwungen und die Verletzung derselben
geahndet werden kann, und die Voraussetzungen, unter denen sie
begründet, auf solche Weise festgestellt sind. Die Außenwelt, auf
welche die rechtlichen Handlungen und Verhältnisse sich beziehen,
besteht aus Körpern. Wo die Menschen in ihrer äußern Thätig-
keit in rechtlicher Beziehung zu einander stehen, wird diese Be-
ziehung entweder eine unmittelbare des Menschen zu dem Men-
schen , oder eine mittelbare zu einem körperlichen Dinge sein. Eine
Beziehung der letztem Art gehört dem Rechte der Dinge, dem Sa-
chenrechte an. Daß die Grenzen, welche hier einzuhalten sind, und
die Mittel, ihre Einhaltung zu erzwingen, bei Immobilien in
der Gewere liegen, darf als unzweifelhaft betrachtet werden').
Grenze1 2) für den Kreis der Willkür oder der Herrschaft einer Per-

1) Die Gewere ist die äußere Seite des Verhältnisses zu Dingen. Bergt.
Alb recht a. a. O. §.2. — Die sonstigen Bedeutungen von Gewere wer-
den sich auf die Grundbedeutung des Verhältnisses der Herrschaft, der
Vertheidigung und der dadurch gezogenen Schranken gegen Andere, der
Sicherung (vielleicht mit einer einzigen Ausnahme, nämlich in dem
Sinne von: baare Zahlung leisten; vergl. Albrecht a. a. O. §♦ 1.),
zurückführen lassen. — Diese Bedeutung findet sich auch in der Gewere,
welche der Auctor leisten muß. — Die vier Bedeutungen von Gewere,
welche Pütt er, die Lehre vom Eigenthum nach deutschen Rechten (Ber-
lin, 1831), S. 30 — 32, aufstellt, werden ebenfalls von jener Grundbe-
deutung umfaßt, und wenn Gewere (insbesondere Were) auch einen ge-
wissen Raum bezeichnet, z. B. Haus und Hof, so findet dabei doch im-
mer die Beziehung auf jenes Verhältniß der Herrschaft u. s. w. Statt.
Denn eigentlich ist dieser Raum nicht die Gewere oder Were selber, son-
dern nur dasjenige, was innerhalb dieser und durch dieselbe geschützt oder
befriedet ist. Vergl. sächs. Landrecht II. 66. Die Were ist vielmehr zu-
nächst nur das ihn umgebende Mittel zur Abwehrung von Gewalt und Be-
zeichnung der Grenzen. Vergl. sächs. Landr. II. 62. a. E. HI. 8, und
Cro pp in Hudtwalcker und Trümmer, Crim.»Beiträgen Bd. 2.
S. 18 u. 19.
2) Eine körperliche Umgürtung, Einschließung oder Umzäunung („septa",
„clausura“, „Tune") eines Raums (die „curtis", das ,,intra septa,"
„intra clausuram", „hortum") gehört wohl zu einer solchen Grenze in
der ursprünglichen und engsten Bedeutung (Cropp a. a. O. S. 16 —
22), im weitern Sinne kann sie aber auch durch die thatsächliche Herr-
schaft und ohne eine solche körperliche Vorrichtung gezogen werden.
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