Full text: Volume (Bd. 3 (1840))

Der reichsgrast. Bentincksche Erbfolgestreit. 281
commißgüter handelt. Es ist in jenen Beschlüssen und Verhandlun-
gen der vldenburgischen Regierung, welcher der Beklagte die Fort-
dauer, oder vielmehr die Verleihung des Besitzes, in welchem er sich
befindet, verdankt, hinlänglich ausgesprochen, wie sie jedem andern, als
den in Eigenschaft cilles aldcnburgischen Fiveieommißerben gemachten
Versuch eines Erb - und Regierungsantritts sich aufs Bestimmteste
unversetzt haben würde, da ja dadurch das ihr zustehende Heimfalls-
recht, welches sie entschieden wahren zu wollen und zu müssen ent-
schlossen sei, gefährdet oder vernichtet worden wäref>). Ein gleiches
Interesse, wie das oldenburgische Haus, batten aber das verwandte
holsteinische, das anhaltinische und das weimarische, so daß wohl
mit entschiedener Bestimmtheit auzunehmen ist, daß weder von der
erstern die Zustimmung zu dem Berliner Abkommen, noch ohne Wi-
derspruch der übrigen die Garantie des Bundes erfolgt sein würde,
wenn nicht allseitig Uebereinstimmung über den Fortbestand der
aldenburgischen Familienstistungen geherrscht und von dem Grasen
Wilhelm Gustav Friedrich Bentinck, als dem zeitigen regierenden
Herrn und Familienhaupt, Erklärungen gegeben worden wären über
deren Vorhandensein auch der mitgetheilte Brief des Staatskanzlers
von Hardenberg keinen Zweifel läßt — die über dessen Ansicht und
Intentionen in dieser Hinsicht volle Beruhigungen für alle dabei fer-
ner oder näher Betheiligten gegeben hätten. — Oder ist man etwa
von Seiten der Beklagten gesonnen, jetzt mit der Behauptung vorzu-

5) So z. B. heißr es in einem Beschluß der großherzoglichen Regierung
vom 13. November 1.S35 : „Auf die Eingabe wird hiermittclst erwi-
dert, daß die Regierung, in Betracht ihrer Verpflichtung das eventuelle
Heimsallsrecht des großherzoglichen Hauses zu bewahren, die auch schon
von den Agnaten des verewigten Reichsgrafen Wilhelm Gustav Friedrich
Bentinck aus mehreren Gründen, welche auch in Beziehung auf das
Heimsallorecht von Wichtigkeit sein können, vor dem Gerichte in einem
noch unentschiedenen Processe bestrittene Succ^sionsfahigkeit des Herrn
Grasen Gustav Adolph Bentinck in das aldenburgische Familiensidei-
comimß Ihrer Seits zur Zeit nicht anzuerkennen vermögen."--- Regcript
vom 2b. November IMS — „den ergriffenen sactischen Besitz des
gedachten Familiensideicommiffes und namentlich der dazu gehöri-
g e n Herrschaft Kniphausen bis auf weiter anzuerkennen und — den
ausdriieklieben Vorbehalt zu machen, daß hierdurch in keiner Hinsicht den
Rechten Dritter, insbesondere nicht dem eventuellen Heimfalls-
rechte der höchsten vandesyerrschast präjudicirt werde." —

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