Full text: Volume (Bd. 3 (1840))

Der reichsgräfl. Bentincksche Erbfolgestreit. 267
die Legitimation seines Sohnes, durch die verschiedenen Standes-
erhöhungen , durch die ihm ertheilte Freiheit über die brabantischen
Lehngüter zu verfügen u. s. w., in den Stand gesetzt sei, eine Dispo-
sition, wie die dann nachfolgende, zum Besten seines Sohnes zu
treffen. In dieser allgemeinen Hinweisung ist dann aber auch eine
besondere auf das Grafendiplom unzweifelhaft mit enthalten, ohne
daß man diese etwa in dem einen oder andern der gebrauchten Worte
zu suchen hat. Durch das Grafendiplom ist die reichsgräflich
aldenburgische Familie rechtlich begründet und in's Leben gerufen;
deren Existenz also vorausgesetzt werden mußte, ehe Anton Günther
für sie, wie es geschehen, eine Fideicommißstiftung in's Leben rufen
konnte. Der Kaiser konnte ohne Zweifel bestimmen, wer in Zukunft
zu der reichsgräflichen Familie gehören sollte, oder welche von den
Nachkommen Antons von Aldenburg der diesem für sich und seine
Familie ertheilten Privilegien theilhaft werden sollten; Anton Gün-
ther, indem er eine Stiftung für die reichsgräflich aldenburgische
Familie machte, konnte hier aber die vom Kaiser gesetzten Grenzen
nicht überschreiten. Daraus folgt aber unzweifelhaft, daß das Gra-
fendiplom normgebend für die Bcurtheilung der Suecessiosisfahigkeit
in der reichsgräflich aldenburgischen Familie ist. Daß Anton Gün-
ther in seinem Testamente von den Bestimmungen des Grafendi-
ploms habe abweichen wollen, kann daher gar nicht vermuthet wer-
den, vielmehr sind, so weit sie dieselben Objeete berühren, die in
der Stiftungsurkunde des Fideieommisseö als Wiederholungen des
kaiserlichen Privilegiums zu betrachten; jene müssen aus diesem erklärt
werden, und wo mithin er sich eines Ausdruckes bedient hat, der
etwa einer verschiedenen Deutung fähig wäre, so muß diejenige an-
genommen werden, welche aus dem Grafendiplom sich am meisten
rechtfertigen läßt. Das Grafendiplom ist aber, wie oben berichtigt
worden, nach dem Wunsche Anton Günthers ertheilt und in seinen
speeielleir Dispositionen diesem gemäß und nach dem Muster des
reichsgräflich Rantzauischen eingerichtet worden. Daher müssen auch
F><ro zu Hispanien Königl. Majestät in den Niederlanden verordneten
Geheimbden Rath undt Lehnhoffe zu seinem Favor erhalten Indulten,
Betreuen und Begnadigungen — zuvörderst unser Haus und
Amdt Barel." - Die kaiserl. Indulten u. s. w. sind die Legitimation und
Erhebung in den Grafenstand, wie sie in dem Diplom enthalten ist, mit
allen ertheilten Borzügen und Rechten.

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