Full text: Volume (Bd. 3 (1840))

Der reichsgräst. Bentincksche Erbfolgestreit. 221

regierenden Grafen von Bentinck nach Amerika, indem er seiner
Successionsrechte, so wie des ihm vom Vater übertragenen Allein-
besitzes zu Gunsten seines nächstgebornen Bruders Gustav Adolph ent-
sagte, worauf der Vater diesem (1834, den 23. Mai) den Besitz und
die Mitregentschaft in derselben Weise, als er es im Jahre 1827
seinem ältesten Sohne gethan hatte, übertrug.
tz. 10.
Der Graf Johann Karl, der damalige Kläger, starb in demsel-
ben Jahre den 1. December, und 1833, den 22. Oetober, folgte
ihm auch fein Bruder, der regierende Graf. Die Söhne des Erstem,
und namentlich der erstgeborne von diesen (welche sich im Jahre
1830, den 6. November, durch eine Protestation wider alle Folge-
rungen aus dem Processe ihres Vaters gegen den Beklagten mit der aus-
drücklichen Erklärung, Nichts wider sich gelten lassen zu wollen, was
immerhin in diesem Rechtsstreite verhandelt werden möge, verwahrt
hatten) suchten nun vergebens in Besitz der aldenburgischenFamilien-
Fideicommiß -Herrschaften und Güter zu gelangen. Durch einen
großherzoglich oldenburgrschen Eabinctsbescheid wurde zwar die An-
erkennung des Adelstandes und des gräflichen Titels, ,,weil die Er-
werbung des Adelstattdeö durch die Legitimation im hohen Grade
zweifelhaft sei," verweigert, und die Anerkennung der in einem noch
unentschiedenen Proceß bestrittenen Successionsfähigkeit der durch
nachfolgende Ehe legitimirten Söhne des verstorbenen Grafen Wil-
helm Gustav Friedrich Bentinck um so bedenklicher gefunden, als
damit den Rechten Dritter präjudicirt werden könnte, jedoch der
Grafentitei der gräflich Bentinckschen Söhne , da sie sich im Ge-
brauch desselben befunden, ohne daß dadurch aber das Recht, densel-
ben zu führen im Mindesten anerkannt sein sollte, einstweilen zu-
gestanden. In gleicher Weise ließ sich die oldenburgische Negierung
durch die Anzeige, daß der Graf Gustav Adolph Bentinck sich im
factischen Besitz des Fideicomnlisses besinde (unterm 13. November),
zu dem Beschluß bestimmen, in vorkommenden Fällen, um den Ge-
schäftsgaltg nicht zu unterbrechen, bis weiter mit demselben zu com-
muuircren, so wie auch die Ausübung der dem verstorbenen Reichs-
grafen Wilhelm Gustav Friedrich Bentinck zugestandenen Berechti-
gtingen durch ihil geschehen zu lassen; die Huldigungsreversalen,
welche inl Jahre 1828 retradirt worden waren, wurden jetzt zu den

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