Full text: Volume (Bd. 3 (1840))

166

Dieck:

wandtschaft der Diöciplinen, noch durch die Unvermeidlichkeit von
Wiederholungen oder Verweisungen im Geringsten abhalten, in ihrer
Kirchenhistorie die Dogmen kurz mit zu erwähnen, sie in der Dog-
mengeschichte umständlich zu erörtern, demnächst in der Symbolik
eine comparative Darstellung des kirchlichen Lehrbegriffs der verschie-
denen Confessione» zu liefern, und endlich viertens in der Dogmatik
dem historisch und rationell erörterten Material die rein praktische
Seite abzugewinnen; während die Letzteren, weit entfernt, ihre Pa-
thologie und Therapie in Eine Vorlesung zusammenzudrängen, viel-
mehr das Allgemeine von dem Besonderen scheiden, und den speciel-
len Theil wiederum in verschiedene Abtheilungen zerlegen, um eigene
Vorträge darüber zu halten. Mögen vielleicht Beide zu weit gehen,
worüber dem Juristen kein Urtheil zusteht, immer bleibt, wie die
Folge lehren wird, so viel außer Zweifel, daß jeden Falls die Juri-
sten ihrer Seits bei ihrem entgegengesetzten Verfahren zu weit gehen.
Wahrscheinlich wären sie auch von diesem Fehler frei geblieben, hät-
ten sie nicht die möglichst Alles verschlingenden Pandekten vor Au-
gen gehabt, und sich nicht zu streng an die Bedeutung des navdi-
%£otcu gehalten.
Doch ich frage, auf welche Gründe man die gemeinte Combi-
nation, der Hauptsache nach, gestützt hat?
Finanzielle Gründe, die (dem Vernehmen nach) hin und wieder
gewirkt haben, können, trotz ihres günstigen Resultates für die Börse,
hier natürlich nicht in Betracht kommen; eben so wenig andere Mo-
tive, die nicht minder der Wissenschaft fremd sind, und in gleicher
Weise zu den Schattenseiten des Universitätslebens gehören. Nur
die wissenschaftlichen entscheiden, wie steht es aber mit diesen?
Das Lehnrecht (so lehrt v. L ö w) bilde seiner Natur nach einen
integrirenden Bestandthcil des deutschen Privatrechts; es könne nur
im Zusammenhänge mit diesem seine völlige Deutlichkeit erhalten,
gleichwie denn anderseits auch über die Grundsätze des letztem durch
die des Lehnrechts wieder vielfaches Licht verbreitet werde; die Tren-
nung beider Wissenschaften müsse daher zu unnützen Wiederholungen
führen19). — Aehnlich äußert sich Kraut; durch Erfahrung hat er
gefunden, daß die Trennung nicht nur viele Wiederholungen und
Verweisungen, die bei der Verbindung beider Disciplinen vermieden

19) Löw a. a. O. S. 34.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer