Full text: Volume (Bd. 3 (1840))

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Tabor:

zum Theil das angemessene reichsunmittelbare Besitzthum fehlte, in
das Fürstencollegium eingcführt werden sollten. DaS Recht des
Kaisers, mit der Erhebung in den Fürstenstand auch die Reichsstand-
schaft zu verleihen , konnte indessen damals noch nicht in Zweifel ge-
zogen werden, nnd wurde von Seiten des Kaisers unerschütterlich
behauptet und ausgeübt. Nicht nur, daß er in den Diplomen über
fürstliche oder gräfliche Standeserhebungen das Recht zu Sitz und
Stimme in Reichs - nnd Kreisversammlungen ausdrücklich crtheilte
und verlieh3), verordnete er ancb in Deereten an das fürstliche oder
gräfliche Eollegium die Zulassung der von ihm erhobenen Fürsten
oder Grafen, oft in sehr gebieterischer Form. Man nehme z. B.
das Deeret an das fürstliche Collegium wegen Zulassung des Fürsten
Dietrichstein vom 23. Februar >653: ,,Als begehren Ihre Kai-
ser!. Majestät"... „Alldeme beschicht Allerhöchst gedachter Ihr
Kaiser!. Majestät Will und Meinung"4). Ebenso die Decrete für
Auersberg vom 18. September 1653 5 6) und Piccolomini vom 23.
Juni 1653<>)' besonders aber die Decrete wegen der Zulassung von
Salm, Nassau-Dillenburg und Nassau-Hadamar vom 26. Februar
1654 7).

3) In dcr angeführten Duplikschrift, S. 237, wird eine solche Verleihung zu
jenen ,,schmeichelhaften Clauscln der Diplome" gerechnet, die „kein Recht
gegeben" und darum „wirkungslos" gewesen sein sollen. Es ist aber bei
dieser unerwiesenen Behauptung übersehen, daß dcr Erwerb einer neuen
Reichsstandschaft zuerst von der kaiserlichen Verleihung abhing, daß daher
selbst nach der W.-C. von 1058, in welcher die Ausübung einer neuen
Rcichstagsstimme von dcr ständischen Einwilligung und namentlich der des
Collegiums reichsgesehlich abhängig gemacht worden war, dennoch die kai-
serliche Verleihung vorhergehen mußte, folglich auch nach 1658 nicht bloß
eine „schmeichelhafte", sondern eine werthvolle Clausel und nicht
„wirkungslos" war, sondern erst das Recht zur Anmeldung
bei dem betreffenden Collegium begründete, daß daher auch in späterer
Zeit von dem zur Aufnahme in das fürstliche oder gräfliche Collegium sich
Anmeldenden, das von dem Kaiser verliehene Recht zu Sitz
und Stimme in Bezug genommen wurde.
4) Londorp, Act. pubi. T. 7, p. 53.
5) Londorp, 1. c. T. 7, p. 229.
6) Moser a. a. O. LH. 9, S. 49.
7) Londorp, Act. pubi. T. 7, p. 506. — ßünt'g, R.-A. P. spec. Cont. II
Forts. 3. S. 437, 482, 483. — „Gesinnen und begehren... Kur-
marntzisches Directorium wolle nicht allein für sich selbsten zu dieser Admis-

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