Full text: Volume (Bd. 3 (1840))

Das Wahlrecht der schlesw.-holst. Stände. 9!)

1608 unter seinen Nachkommen die Primogenitur einführte, und
beide Lehensherren, der deutsche Kaiser und der König von Däne-
mark, die Verfügung alsbald bestätigten: Kaiser Rudolph II., in
Bezug auf das Herzogthum Holstein als deutsches Reichslehen be-
reits am 28. Februar 16083'2), König Christian IV., in Bezug auf
das Herzogthum Schleswig als Fahnlehen der dänischen Krone am
13. Juli 1600, und abermals am 22. März !(KU) ''). Es sollte
das Primogeniturrecht, — weil die Land und Leuten höchst schädli-
chen Theilungen und Subdivisionen nichts Anderes, als den endli-
chen Untergang des Fürstenthumes, Stammes und Namens nach
sich zögen, dagegen die Erstgeburtsfolge zu gemeinem Besten und
zum Frieden der Unterthanen gereiche — statt haben, wie der
Disponent sagt")' „unter Unseren Erben und Lehensfolgern, bei
der Sureession Unserer einhabenden Fürstenthümer und Lande, es
sey Lehn oder Erbe, wie es Namen haben mag re., dergestalt, daß
nach Unserm tödtlichen Abgang, Unser jetzo einhabender Antheil an
dem Fürstenthum Schleswig-Holstein, sammt denselben incorporir-
ten Landen, und was denselben bei Unserer Lebzeit oder sonsten ins-
künstige, unter was Titul und Namen es geschehen mag, Zuwachsen
oder angeleibet werden könnte, ohne einige Theilung oder Zertren-
nung folgen und gebühren solle Unserm erstgebornenSohn, der eines
Lehens fähig und der Regierung Land und Leute vorseyn mag;
und nach Ableben desselben abermals dem Erstgebornen, und also
immerfort von Erben zu Erben re." Dabei wurde bestimmt, daß
die Nachgebornen ein jährliches Deputat von 6000 Rthlr. erhalten
sollten. Der folgende Herzog ") von Gottorf erhöhte dieses um 2000
Rthlr. jährlich, und sein Bruder Hans reservirte sich den 28. De-
cember dahin, daß solche Verbesserung (die später bei zufälligen Erb-
schaften noch ansehnlich vermehrt ward) der väterlichen Erstgeburts-
Disposition auf keine Weise nachtheilig sein sollte.
Aeltere Schriftsteller") haben zwar behauptet, daß diese Einfüh-

32) L t tim'g, collectio nova. II. p. 1057.
33) Lackmann, Gesch. der Herzogth. II, S. 250 ff., S. 274, und in
Fa.ck'6 Sammt. III. S. 60.
34) Vgl. Pfeiffer a. a. O. S. 218.
35») Moser's Familien-Staatsr. I. S. 156.
30) Vgl. £a cf mann in Falck's Samml. III. S. 60.
37) Man sehe die Nachweisungen bei Hegewisch a. a. O. S. 116 —117.

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