Full text: Volume (Bd. 11 (1901))

350 Präjudizien. A. Bürgerliches Gesetzbuch für das Deutsche Reich.
S. 21. — O.L.G. Königsberg 18. Juni 1000; Rechtspr. d. O.L.G. I S. 271.
Entgegengesetzt: O.L.G. Oldenburg 31. März 1900; Rechtspr. d. O.L.G. I
S. 21. — O.L.G. Kolmar 8. Juni 1900; Rechtspr. d. O.L.G. I S. 80. —
0. L.G. Naumburg 16. Juni 1900; Rechtspr. d. O.L.G. I S. 269). Zu ver-
gleichen die zu § 1361 unter 4 abgedruckten Entscheidungen.
§ 1416. Der Mann ist verpflichtet, der Frau einen Kostenvorschuß für
den Scheidungsprozeß aus ihrem angebrachten Gut zu gewähren. Weigert er sich
dies zu thun, so muß sich die Frau dieserhalb ans Vormundschaftsgericht wenden
(O.L.G. Jena 27. Januar 1900; Seufferts Archiv 3. F. I S. 51).
Z 1432. Eine Aenderung des Güterstandes ist nicht eingetreten, wenn die
nach der früheren Gütergemeinschaft — jetzt Fahrnißgemeinschaft — verheirateten
Eheleute nach dein 1. Januar 1900 durch Ehevertrag den Erwerb eines Grund-
stücks als eingebrachtes Gut der Frau vereinbart haben (L.G. Metz 7. Juli
1900; Recht IV S. 542). '
8 1438. 1. Das Grundbuch, das nur den gütergemeinschaftlichen Ehe-
mann als Eigenthümer ausweist, ist unrichtig, und der Grundbuchrichter ist be-
rechtigt, dieser Unrichtigkeit gegenüber die wirkliche Rechtslage zur Geltung zu
bringen, wenn sic ihm durch die eigenen Erklärungen der Beteiligten aufgedeckt
wird (Kammergericht 21. Mai 1900; Rechtspr. d. O.L.G. I S. 484 --- Seufferts
Archiv 2. F. XXV S. 392).
2. Zum Erwerb eines Grundstücks für eine bestehende Gemeinschaft genügt,
daß ein Ehegatte erwirbt und das Bestehen der Gemeinschaft dem Gerichte bekannt
ist (L.G. Straßburg 4. Juli 1900; Recht IV S. 490).
3. Bei der allgemeinen Gütergemeinschaft besteht keine Verpflichtung des
Mannes, der Frau die Kosten des Scheidungsprozesses vorzuschießen (L.G. Gießen
18. Juni 1900; Recht IV S. 542).
8 1444. 1. Hypotheken kann der in Gütergemeinschaft lebende Ehemann
allein abtreten (L.G. Tilsit 13. März 1900; Recht IV S. 515).
2. Zu Löschungsanträgen ist die Einwilligung der Frau nicht erforderlich
(L.G. Berlin I 19. Juni 1900; Recht IV S. 399).
3. Zur Sicherung des Kaufpreises eines Grundstücks kann der es erwerbende
Ehemann nur mit Einwilligung der Frau rechtsgültig die Eintragung einer
Sicherungshypothek bewilligen (O.L.G. Kolmar 2. April, 20. Juni 1900;
Recht IV S. 461 — Rechtspr. d. O.L.G. I S. 483. Entgegengesetzt: L.G. Metz
1. September 1900; Recht IV S. 542).
8 1459. Die Nachlaßgläubiger können, wenn eine in allgemeiner Güter-
gemeinschaft lebende Frau die Erbin ist, sowohl gegen den Mann allein als auch
gegen beide Eheleute als Gesammtschuldner auf Zahlung der Nachlaßschuldcn
klagen (O.L.G. Celle 12. Oktober 1900; Recht IV S. 462).
8 1524. 1. Wenn der unter Errungenschaftsgemeinschaft verheirathete Ehe-
mann als Miteigenthümer eines Grundstücks die Antheile der übrigen Miteigen-

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