Full text: Volume (Bd. 17 (1857))

90 Sachße: Ueber Werth- und Kreditpapiere.
den, aber, weil es den gelieferten Aktien, die den Erwerb beurkun-
den sollten, an jeder wesentlichen Eigenschaft der versprochenen,
also an aller Wahrheit der Forderung selbst fehlte, durch die Schuld
des Beklagten faktisch verloren hat.
Aus diesen Gründen erscheint es demnach, wenn wir das
Ganze schließlich noch einmal überblicken, als unzweifelhaft,
1) daß seder Aktieninhaber, ohne Unterschied zwischen Primitiver-
werbern und deren Nachmännern, schon durch den Besitz seiner
Aktien vollkommen gegen Beklagten zur Sache legitimirt ist,
ohne etwa von seinem Vormanne eine Klage sich erst cediren
lassen zu müssen. Denn mit der Cession oder dem Kaufe
eines obligatorischen Rechts ist die daraus entspringende und
auf Erfüllung der Obligation, als deren Zweck, gerichtete
Klage schon eo ipso cedirt. Alle Aktieninhaber können aber
auch den vollen Nominalwerth ihrer Aktien, bis wohin die
Cession sich erstreckte und der Erwerb der Forderung bereits
rechtlich vollendet war, fordern. Denn der Beklagte haftet
ihnen sür die veritas nominis und das id quod interest des
bereits rechtlich Erworbenen; wenn gleich andererseits, in so-
weit es nur um die bonitas nominis und den hierdurch be-
dingten, aber noch von den Zufälligkeiten des Courses ab-
hängigen Gewinn sich handelt, Jeder den Verlust dieses Ge-
winnes für sich selbst zu tragen hat: ausgenommen insofern
der Verlust eines bestimmten Gewinnes, als Folge des dolus
und hauptsächlich der falschen Angaben über den Kredit der
Lucea-Pistojaschen Aktiengesellschaft, sowie über die Garantie
der Toscanischen Regierung, erweislich seyn sollte;
2) daß alle Aktionärs sowohl durch Klagabtretung an Einen unter
sich, als durch subjektive Klagenhäufung, sowie insbesondere
als Litisconsorten zu gemeinschaftlicher Verfolgung ihrer
Rechte befugt sind.

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