Volltext: Zeitschrift für deutsches Recht und deutsche Rechtswissenschaft (Bd. 17 (1857))

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Ueber Werth- und Kreditpapiere.
fürchtet, entspringen könnten. Wer aus dem einen Klaggrunde nicht
siegt, kann hier unbedenklich aus dem andern den Sieg erringen.
Ganz anders aber verhält sich dieß^ wo, wie bei der subjektiven
Klaghäufung, aus einem und demselben Klaggrunde mehrere Kläger
auftreten. Denn hier würden allerdings si ckivm-sis äiversa pro-
nunciarentur übele Folgen hervorgehen. Allen diesen Umständen
nach kann daher das Gesetz kaum etwas Anderes, als die subjektive
Klaghäufung in solchen Fällen sogar für wünschenswerth erklären.
— Wie man aber auch sonst diese Stelle verstehen möge, so ergibt
sich doch so viel hieraus jedenfalls, daß der Richter nicht unnöthiger
Weise zu einer Vervielfältigung von Prozessen hindrängen soll:
ns mockus litium multiplieatus summam 6t inexplicabilem laeiat
äiüivultatom. — Hier aber würde offenbar eine solche uunöthige
Vervielfältigung eintreten, wenn jeder Aktieninhaber für sich klagen
sollte; während bei einer Verbindung Aller zum gemeinschaftlichen
Prozesse für diesen keine Verwirrung zu befürchten seyn würde.
Denn die Rechtsansprüche Aller sind ja hier die gleichartigsten,
so daß nicht zu begreifen ist, wie der Prozeß des Einen einen an-
deren Verlauf, als der des Anderen, nehmen sollte.

8. 10.
Litisconsortium, Bedingnisse desselben.
Es handelt sich übrigens in unserem Falle auch gar nicht um
eine bloße subjektive Klaghäufung, sondern in der Thal um ein
Litisconsortium, in welchem die Aktieninhaber unter einander
stehen, wenn sie vereint ihren Prozeß führen. Denn unzweifelhaft ist
zu einem solchen vor Allem keine wahre Rechlsgemeinschaft oder ab-
solute Gemeinschaftlichkeit des Klagobjektes, sondern, wie Grol-
mann, Theorie des gerichtlichen Verfahrens 8. 57, sich ausdrückt,
nur „eine Gemeinschaftlichkeit desselben Endzweckes in Ansehung
desselben Rechtsstreites vor demselben Richter"; — mithin auch kei-
neswegs etwa Untheilbarkeit der klagbaren Forderung, oder ihres-
Gegenstandes nöthig. Vielmehr kann auch, wo jeder Betheiligte
nur für einen bestimmten Antheil berechtigt ist, ein Litisconsortium
sehr wohl statthaben, wenn nur Einheit des Klaggrundes
oder historischen und rechtlichen Fundamentes der
Klage; hauptsächlich aber Einheit ihres nächsten Zweckes
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