Full text: Volume (Bd. 17 (1857))

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Peinliches Verfahren
hört werde. Werde sich sonder Zweifel befinden, mit welcher Un-
geschicklichkeit sie sich gegen ihn vornehmen lassen. Item sagt wei-
ter: er habe es also hier bewenden lassen. Und nachdem er und
seine Hausfrau alhie zu Miltenberg ausgangen, im Willen, gen
Erbach zu gehen, sei er doch der Hoffnung gewesen gegen seinem
Weib, sie werde ihm solches, woher ihr das kommen, nicht ver-
halten, und in der Nähe hier bei Miltenberg wieder an sie gesetzt
und gefragt, aber solches von ihr nicht mögen bringen. Also ein
Hader erwachsen, daß er sie zum zweiten Mal auf dem Weg mit
Fäusten geschlagen, in Zuversicht, er wolle solches von ihr bringen,
aber sie auf ihrem Fürwenden beharrt, ihm allwegen böse und gif-
tige Worte gegeben, also im Hader fortgezogen bis an das Ende
und Ort, das die Gesandten und der klagende Theil in ihren
Schriften und Gewalten ungefähr anzeigten. Alda habe sie ihm
abermal, nachdem er sie befragt, woher ihr das kommen, böse und
herbe Worte gegeben, daraus er mit Zorn bewegt und zu ihr ge-
sagt: Nun will ich wissen, woher? Darauf sie ihm geantwortet und
gesagt: ob er sie gleich zu Riemen schlüge, sollte er doch nicht wis-
sen, woher ihr das kommen. Aus solcher ihrer Antwort sei er be-
wegt worden, seine Wehr genommen, sie mit Wehr und Scheide
ein - oder etlichemal über den Kopf geschlagen. Da habe sie an-
gehoben, ihn zu malediciren, einen Schelmen, einen Lecker, einen
Dieb, einen Bösewicht gescholten, davon er dann ferner bewegt,
sie noch einmal mit Scheide und Wehr über den Kopf geschlagen
und, als sie annoch von ihrem Schänden und Schmähen nicht auf-
hören wollen, aus angezündetem Zorn etlichmal in sie gehauen,
wie augenscheinlich, und folgends mit dem Stein an sie geworfen,
also liegen lassen und von ihr gegangen. Daß aber die Anwälte
in ihrer Klage öffentlich melden und Vorbringen, Claus Starck habe
seine Hausfrau muthwilliglich, freventlich, vorsätzlich und mörderisch
angegriffen, sagt Claus Starck Nein; sagt aber: wahr sei, daß er
seine Hausfrau, wie vorgemelt alwegen herzlich geliebt, des Wil-
lens, des. Vorsatzes, der Meinung nie gewesen, seine Hausfrau
oder jemand anders sein Leben lang zu ermorden. Auch so habe
er sie nicht wie ein Mörder auf der Straße bewartet, oder von
anderswo zu ihr auf die Straße kommen, sondern sie sei zu Mil-
tenberg mit ihm ausgegangen und habe sich diese Sache nicht mör-
derlich, sondern aus zufälligen beweglichen und merklichen Ursachen

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