Full text: Volume (Bd. 17 (1857))

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nach Gerichtsacten vom Jahr 1548.
sieben glaubwürdigen Zeugen nach Inhalt und vermöge seiner eig-
nen Urgicht. Derhalben bitten und begeren die Anwälte, daß ihr
als die Richter dieselbigen Zeugen mit Recht annehmet mit sammt
dem Notario. Zu dem Andern begeren sie, daß drei glaubhaftige
Personen, die den Schaden gesehen, welchen Claus Starck an seiner
Hausfrau begangen, auch mit rechtmäßigem Eid beladen und ver-
hört worden. Wollen die Anwälte in der Hauptsache rechtlich be-
schließen, bitten und begeren, mit Recht zu erkennen, ob die
Kundschaft also soll angenommen werden.
Bey - Urtheil.
Auf das Beger der Anwälte, der Zeugen Verhör belangend,
sprachen die Schöffen des peinlichen Gerichts zu Recht: Dieweil
der Krieg mit Nein befestigt und der beklagte Gegentheil solches
nicht widerfochten, daß die angezogenen Zeugen sollen wie Recht
verhört werden.
Anwalt des Beklagten läßt geschehen, was Recht, sagt aber:
Dieweil die Anwälte so heftig auf des Beklagten Urgicht dringen,
in Meinung, ihn damit zu condamniren, daß diese Urgicht mehren-
theils kindisch, nichtig und unbündig, daß auch in Rechten, nämlich
in peinlichen, darauf nicht könnte geurtheilt werden, Ursach: Die-
weil der Beklagte noch minderjährig, die Tage seines rechtmäßigen
Alters noch nicht erlangt "). Dieweil er aber noch nicht zwanzig
Jahre alt, keine bürgerliche Handlung für sich voxnehmen, auch
ohne Curator keine Rechtfertigung führen mag, Inhalts und ver-
möge Churfürstlicher Untergerichtsordnung '«), viel weniger und in
15) 6.0.6. Art. 179.
16) "Untergerichtsordnung des Erzstifts Mayntz, in welcher ganz fleißig
angezeigt, wie und welcher gestalt in allen und jeden obgemelts Erz-
stifts Untergerichten in Recht gehandelt und procedirt werden solle und
mag, Schultheißen, Schöffen, Richtern und andern, so an Gerichten
zu handeln haben, fast (sehr) dienlich und behülflich, jetzt neulich ge«
meinem Nutz zu gut gemacht und aufgericht. Mayntz 1535." fol.
Diese Civil-Prozeßordnung ist abgedruckt bei Sauer: Fasciculus
judiciarii ordinis singularis: Das ist ein schöner Ausbund etlicher
Chur - und Fürsten Gerichts - aber und under auch Grafen und Herrn
Land-Ordnung rc. Franks. 1588, S. 1—21. Sie handelt, in's Civil-
recht eingreifend, auch "von Vormündern und wie dieselbigen den
minderjährigen Kindern gesetzt werden sollen."

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