Full text: Zeitschrift für deutsches Recht und deutsche Rechtswissenschaft (Bd. 17 (1857))

13. Ueber die Quellen des Solmser Landrechts

XI.
tickt die Quellen des Solmser Laudrechts.
Bon
Pros. vr. C. Fuchs zu Marburg.

Unter den Landesgesetzen, welche im 16. Jahrhunderte auf
dem Gebiete des bürgerlichen Rechts erlassen wurden, ist die
Solmser Gerichts- und Landordnung eines der bedeutenderen.
Dieselbe ist von dem Frankfurter Syndikus vr. I. Fichard im
Aufträge des Grafen zu Solms-Brannfels, der« damals zugleich
das Amt eines Vormunds über die minderjährigen Grafen zu
Solms-Laubach bekleidete, sowie der Grafen zu Solms-Lich im
Jahr 1570 ausgearbeitet und nach einer im folgenden Jahre vor-
genommenen Revision durch Verordnung vom 4. April 1571 in
den Grafschaften und Herrschaften des Gesammthauses Solms pu-
blieirt, und nachher auch in andern benachbarten Ländern — theils
auf dem Wege der Gesetzgebung, theils durch Anwendung Seitens
der Gerichte — reeipirt worden *)♦
Die Arbeit Fichard's hat, namentlich in Hinsicht der Berück-
sichtigung des germanischen Rechts, die verschiedensten Beurtheilnngen
erfahren, ohne daß man hierbei die Frage näher in's Auge gefaßt
und einer eingehenden Untersuchung unterworfen hat, inwieweit der-
selbe bei Abfassung jenes Landrechts selbstständig gearbeitet oder
Vorhandenes benutzt hat. Dieß ist nicht blos für die Würdigung
seines Verdienstes, sondern mehr noch für die Interpretation des
Landrechtes selbst von Bedeutung.

1) Bergl. Bo pp, Beiträge zum Verständnisse der vier mittelrheinischen
Landrechte S. 2— 6. 194—196 und die daselbst Citirten, denen aus
neuester Zeit Roth und v. Meibom, Kurhessisches Privatrecht I.
§. 23. 41 beizufügen sind.

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