Full text: Volume (Bd. 17 (1857))

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E. Heusler:
tUr tritt unS ein doppeltes Gut innerhalb der „äos" entgegen :
daß eigenUiche Erb- oder HeirathSgut und die Aussteuer. Diese
besteht auS der gesammten Fahrniß, sobald daneben liegendes Gut
in die Ehe gegeben wurde. War das aber nicht der Fall, wie fast
immer, so Nimmt das klingende Silber Jmmobilienqualität an, und
nur die sonstige werthlosere Aussteuer bleibt Fahrhabe Die Ver-
fügungsfreiheit des Mannes ist dem entsprechend gehemmt, wenigstens
wenn von seiner Seite keine hypothekarische Sicherung des Weibs-
gutes erfolgt ist d«).
Fragen wir endlich noch, wie weit die Abfindung reiche, so
versteht sich von selbst, daß die Tochter, die sich verehelicht und quittirt
hat, gegenüber den anderen Kindern von der väterlichen und der
mütterlichen Erbschaft ausgeschlossen wird "). Demgemäß kam: die
Tochter nicht conferiren und an der Erbschaft Theil nehmen "").
Wenn aber alle Söhne bei Lebzeiten oder nach dem Tode des Vaters
gestorben sind und es befinde» sich neben den ausgestatteten undotirte
Töchter: dann können jene ihre „äos" cinwerfen und mit den ledigen
Schwestern erben; es müßten denn die Eheverträge dagegen lauten "').
Immer aber ist die Abfindung nur zu verstehen in Betreff des elter-
lichen Vermögens: die Seitenverwandten, vorerst die Geschwister,

lemma 1: „licet maritos eandem summam succesive et non simul,
sed in diversis terminis recepisset.“
98) Libertates Contegii: „Viri succedunt in bonis mobilibus suarum
uxorum non liberos habentium“: „nisi evenerit tales uxores non
esse proprietarias, sed earum dotem et hereditatem constare in pe-
cuniis promtis, pro quibus eidem per maritum non fuisset assignatio;
Beu asseeuratio eo tunc illae summae pecuniales non debent in sortem
bonorum mobilium computari, sed retinent naturam immobilium.“ Lib.
Castellaniae Martigniaci: vergl. oben §. 3 Note 74. Libert. Sancti
Mauritii: „mariti succedunt in mobilibus suarum uxorutp.“ Libertes
de Nenda; „les hommes sont hdritiers des meubles de leurs femmes“:
„si non qu’il arriva que les femmes ne fussent pas propridtaires
ou neussen} pas des biens fonds, mais que le mariage on lTieritage
fut en argent, du quel le mari n’aurait point encore fait assurance.
En ce cas alor» cette somme d’argent ne sera point regarde'e pour
meubles, mais pour biens fonds et non meubles.“
99) Libert. Intermont. de donat, und de dot» instit.
100) Libert Interm. cit,
101) cap. 95 lemma 3.

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