Full text: Volume (Bd. 7 (1897))

18.1.6. Reportgeschäfte. Eintritt des Commissionärs als Selbstcontrahent, Selbsthilfeverkauf im Falle eines Fixgeschäfts nach englischem Rechte. Unterschied des Speculationsgeschäfts vom Differenzgeschäft. Berichtigung des erstinstanzlichen Urtheils, in dessen entscheidenen Theile über den Kostenpunkt nicht erkannt ist (§ 270 der C.P.O.).

532

Reportgeschäft, Differen-gesMft.

Wartung, ärztlicher Pflege und Gebrauch und bei genügender Beaufsichtigung des-
selben die tödtliche Erkrankung sich nicht hat vermeiden lassen. Ohne diese Be-
schränkung würde eine sichere Veranschlagung der mit der Versicherung übernom-
menen Gefahr, wie sie die nothwendige Grundlage jedes Versicherungsgeschäftes
bilden muß, nicht möglich sein. Diese Grundlage läßt sich nur bei einer genauen
Umgrenzung der Haftpflicht gewinnen und ist hier in der Weise gefunden worden,
daß als die Voraussetzung ihres Eintritts gewisse normale Verhältnisse in den
hervorgehobenen Richtungen angenommen worden sind, deren Fehlen sie ausschließt.
Reportgeschäfte, Eintritt deS Kommissionärs als Selbstcontrahent, Selbst-
hilscverkauf im Falle eines Fixgeschäfts nach englischem Rechte. Unter-
schied des Spekulationsgeschäfts vom Differenzgeschäft. Berichtigung des
erstinstanzlichen Urtyeils, in dessen entscheidenden Theile über den Kosten-
punkt nicht erkannt ist (§ 270 der C.P.O.).
Urtheil deS O.L.G 's Dresden vom 10. März 1897. 0. N. 3195.
Der Sachverhalt ergiebt sich aus den folgenden Entscheidungsgründen des
Berufungsurtheils, durch das die in erster Instanz erfolgte Verurtheilung des
Beklagten bestätigt wurde.
Der Beklagte hat nach seinen Zugeständnissen mit dem Kläger, einem Makler
an der Londoner Fondsbörse (Stock Exchange) seit der Mitte der 1880er Jahre
in der Weise in Geschäftsverbindung gestanden, daß er durch ihn Aktien der Hud-
sonbay-Compagnie gekauft und verkauft hat und daß in der Zwischenzeit zwischen
dem Ankäufe und dem Weiterverkäufe dieser Aktien der Kläger dem Beklagten
deren Kaufpreis stets ohne besonderen Auftrag prolongirt hat. Die Prolongation
ist — wie aus den vom Beklagten in großer Anzahl beigebrachten Abrechnungen
und den entsprechenden Prolongationscontracten und Zuschriften des Klägers her-
vorgeht — in der Weise erfolgt, daß an den halbmonatlichen Liquidationstagen
der Londoner Börse der Kläger die Aktien für den Beklagten zum jedesmaligen
Liquidationskurse verkauft und sie für ihn gleichzeitig für den Liquidationstag zu
dem Kurse, der sich alsdann Herausstellen werde, zurückgekauft habe.
Diese Prolongationsgeschäfte stellen sich hiernach als sog. Reportgeschäfte dar.
zu vergl. Grünhut in Endemanns Handbuch des Handelsrechts Bd. 3
S. 28 flg.; Saling's Börsenpapiere l. Theil, Ausgabe 1892 S.
142 flg.; Entscheidungen deS Reichsgerichts in Civilsachen Bd. 19
S. 149 flg. und Bd. 28 S. 26 flg.
Dies ist auch durch das vom Kläger in seinen Abrechnungen wiederholt ge-
brauchte Wort „cont." oder „Contango", welches
zu vergl. Saling's Börsenpapiere a. a. O. S. 67 und Alexander,
Reportgeschäft und Prolongation S. 9.
gleichbedeutend ist mit „Report" zum Ausdruck gebracht worden.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer