Full text: Volume (Bd. 7 (1897))

v. Sommerlatt, Enquete über das Berufungsverfahren. 14Z
Marienwerder I.
Das erstinstanzliche Streitverhältniß wirst in vollem Umfange vorgetragen, nach-
^ dem in weitläufigen bez. verwickelten Streitsachen zuvor zur besseren Orientirung
der Mitglieder des Gerichts vom Anwalt des Berufungsklägers oder vom Vor-
sitzenden ein kurzes Resume des Streitgegenstandes gegeben worden ist.
Posen I.
'Es wird vollständig vorgetragen unter Ausschluß des in der Berufungsinstanz
nicht mehr streitigen Sachverhalts.
Marienwerder II.
Der Vortrag erfolgt vollständig in den durch §§ 487, 488 der C.P.O. ge-
zogenen Grenzen mit Einschluß des Akteninhalts zu a, b, c. Was nicht vor-
getragen ist, wird auch nicht als vorgetragen oder als gerichtskundig angesehen.
Posen III.
In der mündlichen Verhandlung wird das erstinstanzliche Streitverhältniß, so-
weit die darauf gestützten Ansprüche und Einreden in zweiter Instanz noch zur
Entscheidung stehen, vollständig vorgetragen.'
Cöln III.
In der mündlichen Verhandlung wird regelmäßig der gesammte, für die Be-
rufungsanträge erhebliche Streitstoff ausführlich vorgetragen; auf Schriftstücke
als Ersatz für den mündlichen Vortrag wird nur dann Bezug genommen, wenn
sich der Streitstoff durch mündlichen Vortrag nicht zum Verständniß bringen läßt.
Cöln V.
Der mündliche Vortrag erstreckt sich auf den ganzen Urtheilsthatbestand, auf
sämmtliche Beweisprotokolle und auf sämmtliche Schriftstücke und Anlagen.
Dresden VII.
In der Regel wird der gesammte erstinstanzliche Streitstoff in der aus a—c
ersichtlichen Weise vorgetragen; doch kommen Ausnahmen insbesondere in der
Richtung vor, daß nebensächliche Theile des Thatbestandes, minderwichtige
Zeugenaussagen u. dergl. in nuoe wiedergegeben werden. Der Vortrag von
Urkunden pflegt in der Weise zu geschehen, daß der Inhalt des Dokuments kurz
skizzirt und im übrigen auf das Schriftstück verwiesen wird.
Dresden III.
Im Allgemeinen ist die elftere Frage, bis mit o, zu' bejahen, soweit nicht bei
einer Mehrheit von Ansprüchen, von Angriffs- und Vertheidigungsmitteln die
Berufung auf einzelne derselben beschränkt wird.
Stettin.
ES wird von den Anwälten so vollständig vorgetragen, daß eine Ergänzung
aus den Akten nicht entnommen wird. Insoweit erforderlich, werden die An-
wälte veranlaßt, den Vortrag zu ergänzen.
Eine grundsätzliche Abweichung von dieser Praxis ist wohl auch nicht in

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer