Full text: Zeitschrift für deutsches Recht und deutsche Rechtswissenschaft (Bd. 11 (1847))

Deutsches Gerichtsverfahren. 75
gu„ts Gott zu halten, und gleichfalls das Landgericht, so sollen
die Unterthanen und Gohleute sonderlich die das Gericht zu thuende
haben, bei Haus bleiben und sich mit Herrendiensten oder derglei-
chen Hinderung nicht entschuldigen» oder gehört werden, sondern
wann an jedem Orte und Gericht dasselbe angesetzt wird, alsdann
soll ein jeder Goh- und Gerichtsmann und alle so das Gericht
zu Thuende haben gehorsamstlich erscheinen, bei Bruch 5, ff.
danach sich ein Jeder zu richten.
Hoya den 1». Juny 1596.
Auf ähnliche Weise wurde das Landgericht, welches immer
in Hoya und in der Regel im Freien, in einem unten zu erwäh-
nenden Falle aber auch im Hause eines früheren Beamten, des von
der Weyhe, abgehalten wurde, ausgeschrieben und durch Publica-
tion auf den Kirchhöfen zur Kunde des Publikums gebracht.
Wer bei dem Landgericht Klage anbringen wollte,
mußte vorher seinen Namen und den der Gegenpartei
beim Amte anzeigen, und erging dann, damit man der
Gegenwart des Beklagten gewiß war, eine besondere
Ladung an diesen. Gegen den Nichterscheinenden
wurde in contumaciam erkannt.
So heißt es in einer Ankündigung cl. 6. 20. Marz 1596:
Das Landgericht wird wills Gott am künftigen Freitage nach Mariä
Verkündigung, ist den 26 Martii, gehalten werden. Darum sol-
len auf denselben Tag alle Unterthanen, so zu selben Gericht gehen,
daselbst Recht geben und Recht nehmen, und am selben
Ihre Verwirkung und Antwort haben, (oder sonst) zu schaffen ha-
ben wogten, zur rechter und früher Zeit Tages erscheinen, bei
Strafe 5 fl. und ein Jeder auch Briefe und desgleichen bei sich
haben, damit er vermeint was zu beweisen.
Es erschienen die Gerichtsleute, sonderlich die Beklagten und Ver-
brecher nicht, soll gleichwohl auf Klag und Vorbringen des Er-
scheinenden ergehen was Recht ist, und Niemand ohne erhebliche
Ursachen folgeuds danach am Hause Hoya gehört werden.
In einer anderen Ladung heißt es:
Zu wissen daß auf gnädigen Empfang fürstlicher Befehlich das Land-
gericht Hoya soll den Donnerstag nach Lichtmeß, welches ist der
5. Febr., am Hause Hoya gehalten werden. Welche nun für sol-
chen Gericht zu handle» und fordern haben, oder desselben Er-
kenntniß begehren, sollen sich inmittelst bei den Beamten angeben
und ihr Gegentheil verzeichnen lassen.

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