Full text: Zeitschrift für deutsches Recht und deutsche Rechtswissenschaft (Bd. 11 (1847))

72 Oppermann:
Diese Amts/urisdiction gibt sich durch folgende Ankündigun-
gen kund:
„Ankündigung am 22. Oct. A. 1582 wegen der Verhörstage in der
Woche am Hause Hoya verordnet."
/Montag, Mittwoch, Freitag und Sonnabend uff dieselben Tage
soll ein jeder am Hause gehen und sonderlich am Sonnabend den
streitigen Partheien in folgender Woche ein Tag zum Verhör an-
gesetzt werden. An andern Tagen als Dienstag und Donnerstag
werden andere Ambtssachen auch gebührende Besichtigungen vor-
genommen."
„Wer zu klagen hat soll am Dienstag und Freitag erscheinen, es
wären denn eilige Sachen. Wer unbegründete und muthwillige
Klage vorbringt, soll mit Gefängniß bestraft werden." Haus
Hoya den 50. März 1595.
„Wer zu klagen hat soll am Sonnabend erscheinen und sein Gegen-
theil auf einen der nächsten Tage vorladen lassen." Befehl vom
27. Nov. 1600.
Aehnliche Befehle wiederholen sich am 7. Nov. 1601, 2k. April
4.620; daneben die Befehle, daß die Parteien nüchtern vor die
Amtsstube kommen sollen.
Auf welche Weise vom Hause Hoya die Jurisdiction ausgeübt
wurde, mag aus einigen Beispielen erhellen:
In Sachen Albert Harde c. Claus Holsten ist beschieden: nachdem
Albert Harden dem Claus ein Stück Landes drei Jahre einge-
ränmt, und dieser auch das Land drei Jahr gehabt und gebraucht,
ist Claus mit seiner unbefugten Klage abgewiesen.
Daß aber Claus fordere, daß er dieses Stück Landes nur zwei Jahr
gebraucht und Albert Hardes Vieh im dritten Jahre das Gras so
darauf gewachsen abgeführt und zu Nichte gemacht, wofern Claus
solches bewiese, soll Harde dem Clans nach Billigkeit Erstat-
tung thun.
Hoya den 5. Febr. 1585.
In den Irrungen zwischen Heinrich Hustedt Klager und Hans Hvyer
Haubtmann andern Theils, Belangende 35 rth. damit der Haubt-
mann ihme Hustedt verhaftet worden ist und dieselben seiner An-
zeige nach ihm angeboten, aber als er dieses aus Ursach, daß es
alleine schlechte und nicht alte Thaler wären nicht annehmen wol-
len, bei Hausvoigten deponirt hat, erkennen die fürstlich lüne-
burgschen Statthalter nach Verhör und Befindung der Sachen
hiemit zn Recht, daß dtr Haubtmautt schuldig ist, Hustedten

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