Full text: Zeitschrift für deutsches Recht und deutsche Rechtswissenschaft (Bd. 11 (1847))

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Oppermann:

entschieden werden, solches wird verschoben zu den Landge-
richten. Und wird von den Erkenntnissen ferner provocirt
an unfern gnädigen Fürsten und Herrn."
Eine von anderer Hand geschriebene Bemerkung, nach der Hand-
schrift etwa vom Jahre 1620, besagt: „Itzo wird es damit gehal-
ten, daß die vier Goh- oder Untergerichte des Jahrs zwei- oder
dreimal vorerst, dann das Landgericht angesagt wird."
In den Erbregistern von 1583 findet sich noch nachstehende
Seitenbemerkung zu dem Worte Gohgericht: „Im Anfänge des
Saeculi 2 oder 3 mal, seit 1666 aber fast niemals, alle Errungen
aber warten aufs Landgericht."
Außerdem spricht dafür, daß zu Zeiten der Grafen andere Ge-
richte als Goh- und Landgerichte nicht bestanden, der. Umstand,
daß in den s. g. Klagregistern von 1573 bis 1581, welche ich mit
Sorgfalt durchgesehen habe, sich nicht eine Spur von einem Er-
kenntnisse oder Bescheide findet, während doch die kleinste Gefäng-
nißstrafe, wozu ein Verbrecher verurtheilt, sodann Schuldverschrei-

zur Hoya und den Erben daselbst zu Dörverden gehalten
worden, und berichten die Alten, daß die Grafen und Erben
den Herrn Bischoff zu Verden im Gericht nicht haben wissen
wollen, und wann sich S. F. G. oder derselben Räthe und
Diener niedergeseyt, haben der Graf und die Erben sie wieder
aufstehen heißen. Herr Heinrich Behre soll das leyte Gericht
wegen der Grafen, neben den Erben gehalten haben, wie man
berichtet wird. Im Vertrage von 1575 hat sich der Bischoff
mit Graf Ottens löblicher Gedächtniß verglichen, daß der
Bischoff das Gericht zu Dörverden höhest und siedest haben
soll, und Alle zu solchem Gericht gehen, Alle die von Al-
tersher dazu gegangen sind. Wo aber der Graf zu Hoya
und die Geschlechter vom Adel vermeinen, daß ste das Bür-
gerlich oder Untergericht zu Dörverden von Alterher gehabt,
so sollen sie solches mit Recht suchen und auffnreu."
„Die Unterthanen des Amts Hoya, so ins Gericht zu Dörver-
den gehören, als die Diensthöper, Boyer, und Andere, geben
aber den Bruch wegen den Exceß nach dem Hause Hoya, wie
es noch im vorigen Jahre geschehen, unangefehen was die
Verdischeu dagegen sagen." Man vergleiche Puffendorf, Ob-
serv. T. II. p. 222.

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