Full text: Volume (Bd. 11 (1847))

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D un cker:

weglichen Sachen Vorbehalten wird. Faßt man aber jene beiden
Fälle unter dem Begriffe des census reservativus zusammen, so
darf man dabei nicht vergessen, daß der bei Uebertragung des do-
minium utile vorbehaltene Zins eine ganz andere Natur hat, als
der bei Uebertragung des vollen Eigenthums reservirte. (H. 6. a. E.)
Wenn nun aber auch als Regel anzunehmen ist, daß der Vor-
behalt eines Zinses bei Veräußerung des vollen Eigenthums außer
Gebrauch gekommen ist, so ist er dennoch nicht spurlos verschwunden,
sondern hat sich in einem täglich vorkommenden Geschäfte, dessen
genauer Zusammenhang mit dem ältern Recht keinem Zweifel unter-
liegt, erhalten: ich meine die Leibzucht, reservatum rusti-
cum, so weit sie in radieirten Leistungen bestehet. Vielleicht bietet
sich ein andermal zu einer weitern Ausführung Veranlassung dar.

Nachwort der Redaction.
Wir erfüllen eine schmerzliche Pflicht, indem wir vorstehendem
Aufsatze die Nachricht beifügen, daß der Verfasser, ein treuer und
achtungswerther Mitarbeiter dieser Zeitschrift, nicht mehr unter den
Lebenden ist. Wie uns jetzt aus Göttingen geschrieben wird, ließ
sich dieser traurige Ausgang seit geraumer Zeit vorhersehen. Aber
uns war derselbe in hohem Grade überraschend. Duncker schickte
uns seinen Aufsatz mit einem kurzen, von ihm nur Unterzeichneten
Begleitschreiben auf dem Buchhändler-Wege, und gleichzeitig damit
kam auch die Nachricht von seinem Tode auf dem rascheren Zeitungs-
fluge hier an. Es ist also wohl die letzte Arbeit seines Lebens, die
vor uns liegt, und zwar über denselben Gegenstand, welchen er
vor zehn Jahren, als damaliger Syndikus und Sekretär der Uni-
versität Marburg, in einer Monographie (Lehre von den Neallasten,
Marburg 1837) glücklich behandelte. Als gewissenhafter Schrift-
steller und emsiger Forscher, namentlich in dem reichen Urkunden-
stoffe des Mittelalters, verbesserte er noch selbst einen Irrthum die-
ser Erstlingsschrift mit derselben Uebersichtlichkeit und Klarheit, welche
auch das Verdienst seiner Arbeit über Gesamteigenthum (Marburg
1843) und der beiden Abhandlungen über dominium utile und über
Quasibesitz in dieser Zeitschrift (Bd. H. Heft 1 u. 2) bilden.
Mit dem Ergebniß der neuen Untersuchung: daß die Reallast

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