Full text: Volume (Bd. 11 (1847))

Preußische Gesetze über Glaubensfreiheit. 275
lich scheint mir Obiges auch durch die Generalconcession für die sog.
Altlutheraner vom 23. Juli 4845 beseitigt zu sein, worin K. 10.
bestimmt ist, daß
„in Ansehung der Verpflichtung zu den aus der Parochialverbin-
dung fließenden Lasten und Abgaben" auch bei ihnen „die Vor-
schrift des §. 261. Thl. H. Tit. 11. des Allgem. Landr. zur
Anwendung kommen" soll, soweit nicht nach Provinzial-
gesetzen oder besonderem Herkommen dergleichen Ab-
gaben auch von Nichtevangelischen an evangelische Kirchen
und Pfarreien zu entrichten sind u. s. w.
Von einer dritten Art von Religionsgesellschasteu handelt der
zweite Absatz der Zusammenstellung unter dem Namen „Privatge-
sellschaft." — Die §§. 9—12. des Landrechts haben hierbei zur
Grundlage gedient. Diese lauten:
8. 9. „Heimliche Zusammenkünfte, welche der Ordnung und Si-
cherheit des Staats gefährlich werden könnten, sollen, auch un-
ter dem Vorwand des häuslichen Gottesdienstes, nicht geduldet
werden."
8. 10. „Wohl aber können mehrere Einwohner des Staats, un-
ter dessen Genehmigung, zu Religionsübungen sich verbinden."
§. 41. „Religionsgesellschaften, welche sich zur öffentlichen Feier
des Gottesdienstes verbunden haben, werden Kirchengesell-
schaften genannt."
8. 12. „Diejenigen, welche zu gewitzen anderen besondern Re-
ligionsübungen vereinigt sind, führen den Namen der geistli-
chen Gesellschaften."
Es ist hier in §. 11. von Gesellschaften die Rede, die sich
zur Feier eines öffentlichen (allgemeinen) Gottesdienstes, d. h.
zu einer besondern Art des Kultus, wodurch sich eine Neligions-
partei, eine Kirche, von der andern unterscheidet, verbunden
haben, daher solche Vereine auch Kirchengesellschaften — die
nach §. 58. aus geistlichen und weltlichen Mitgliedern beste-
hen — genannt werden. Wer einer solchen Kirchengesellschaft
angehört, gehört dadurch einer besondern Religionspartei an.
Von solchen Kirchengesellschasten wird in dem folgenden ersten
Abschnitt 8.15. ff. (Landr. II. 11.) gehandelt. Es können aber auch
bestimmte Mitglieder einer Religionspartei sich noch zu besonderen
Religions- oder Andachtsübungen in sog. Eonventikeln verbinden,
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