Full text: Volume (Bd. 11 (1847))

Das Bergrecht des Sachsenspiegels. S&7
ist das Wer brechin nicht gebin, wene des ackers sal blybin,
das blebe denne nicht, swenn man durchritze und durchgrube.
8. Er sal auch so brechin, das er dem Herrn noch sine siede
nicht an den ackern hindere"), ut Inst, de usu et habi-
tatione §: das man das auch wol tun mus (mag), das
nicht in dem rechte vorbotin ist, das weil (widerspricht) die-
sim nicht wene dis ist verboten, ut inkra art. LY. §. ult.
Inst, de rer. divisione §: Thesauros 8: at si
quis. ff. de thesauris I. ultima.«
Es überrascht, in dem Tert des Coder die Worte »aurum
nee«, „noch Golt" zu finden, welche in keiner einzigen der bei der
Homayer'schen Ausgabe des Sachsenspiegels gebrauchten Handschrif-
ten vorkommt, wie denn auch die Glosse durchaus nur von Silber
spricht. Dieser Umstand scheint sich jedoch einfach dadurch zu erklä-
ren, daß der Verfasser des Sachsenspiegels und der Glossator nur
eben Sachsen — wo man Silber aber kein Gold grub — im Auge
hatten, und darum letzteres mit Stillschweigen übergingen, obgleich
es nicht rninder geschichtlich als seiner Natur nach, in rechtlicher
Beziehung, mit dem Silber in einerlei Kategorie als Regale ge-
hörte. So mochte es kommen, daß in Abschriften des Sachsenspie-
gels , welche für Städte u. s. w. in Gegenden bestimmt waren, in
denen sich Gold fand, die Redactoren dasselbe in den Tert mit
aufnahmen, und auf diese Weise in dem vorliegenden, jedenfalls
Schlesien angehvrenden, Coder das Gold in dem obigen Ar-
tikel, neben dem Silber erwähnt ward, da um die muthmaßliche
Zeit des Entstehens dieses Coder, in Schlesien der Goldbergbau sehr
ausgedehnt betrieben ward.
In Betreff der Auslegung dieses Artikels muß zunächst hier
der Einwand berührt werden, welchen Weiske dagegen geltend
macht, daß man aus demselben einen Beweis für die Bergregali-
tät in den Ländern, in denen der Sachsenspiegel gesetzliches Anse-
hen besaß, herleiten wollen. Weiske sagt in seiner Schrift über
den Bergbau und das Bergregal,3):
„Merkwürdig ist es, daß man es meist übersehen zu haben
scheint, daß die gedachte Stelle, und zwar wohl absichtlich,

12) Bei Gärtner: „den Herrn und sein Gesinde nicht hindern."
13) Eisleben, 1845. Seite 33.
Zeitschr. f. deutsches Recht n. Rd. a. -£>. 17

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