Full text: Volume (Bd. 5 (1895))

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Hruza, Die Korrealobligationen nach dem Entw. N.
Einzelne über sie verfügen kann und der Schuldner durch' Bewirkung der Leistung
an einen Gläubiger frei wird. Dann liegt eine Gesammtforderung vor und es
gelten ZZ 371 und 372.
4.' Jeder Gläubiger erwirbt das ganze Recht, jedoch so, daß es nur gemein-
schaftlich ausgeübt werden kann. Dahin zählen die mehreren Gläubiger, die etwa
als Erben eine untheilbare Leistung zu fordern haben (Z 374), mehrere Rücktritts-
berechtigte, Kündigungsberechtigte, Vor- und Wiederkaufsberechtigte. Bald ist es die
Natur der Leistung, bald gesetzliche Verfügung, welche die Forderung zu einer
ungetheilten und gemeinschaftlichen machen.
Unsere Ausgabe geht auf Betrachtung der beiden letzten Gruppen, obwohl
auch die beiden ersten nicht unberührt bleiben können. Es werden getrennt zu
betrachten sein:
A. Gesammtforderungen.
B. Forderungen aus untheilbare Leistungen.
6. Gesetzlich untheilbare gemeinschaftliche Rechte.
A.
ElsammtforLerimgen.
§ 371.
„Ist von mehreren Gläubigern jeder die ganze Leistung zu fordern berechtigt,
während die Leistung nur einmal zu bewirken ist (Gesammtgläubiger), so kann
der Schuldner nach seinem Belieben an jeden der Gläubiger leisten. Dies gilt
auch dann, wenn einer der Gläubiger bereits Klage auf Bewirkung der Leistung
erhoben hat.
Der Verzug eines Gesammtgläubigers lvirkt auch gegen die übrigen Gläubiger.
Vereinigen sich Forderung und Schuld in der Person eines Gesammtgläu-
bigers, so erlöschen die Rechte der übrigen Gläubiger.
Im Uebrigen finden die Vorschriften der 88 365, 366, 368 entsprechende
Anwendung. Insbesondere werden dadurch, daß ein Gesammtgläubiger seine For-
derung aus einen Anderen überträgt, die Rechte der übrigen Gläubiger "nicht
berührt." -■
Zutreffend wird in Abs. 1 das Wesen der Gesammtgläubigerschaft charak-
terisirt und dadurch Theilung und Multiplikation der Ansprüche ausgeschlossen. Im
Einzelnen fehlt'es allerdings auch hier nicht an gewichtigen Bedenken.
Abs. 1.
Wenn Mehrere Gesammtgläubiger derselben Leistung werden, so hat dies
in der Regel den Sinn, daß zur Erleichterung der Rechtsverfolgung und zur Be-
quemlichkeit des Schuldners die Zahlung des Ganzen von einem Gläubiger be-
gehrt und an einen Gläubiger bewirkt werden kann, daß aber die erfolgte Zah-
lung dann zwischen den Mitgläubigern getheilt werden soll. Es liegt so lediglich
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