Full text: Volume (Bd. 13 (1852))

356

H. A. Zachariä:
3. In der, die Errichtung des Herzogthums Würtemberg
betreffenden Urkunde Kaisers Mar I. vom Juli 1495 werden dem
neuen Herzog auch „Saltzflüsse, Ertz- und Bergwerke und alle
andere Gerechtigkeit unter und ob der Erde" vom Kai-
ser verliehen **).
4. In dasselbe Jahr 1495 fällt eine merkwürdige, die Graf-
schaft Waldeck betreffende, vom Kaiser Mar unterm 29. August
zu Worms ausgestellte, Lehnbriefs-Urkunde , worin der Kai-
ser sagt:
„daß Uns der Edle — Philipps Grass zu Wal deck de-
müthiglich hat angerufen und gebeten, daß Wir ihme alle
und jegliche Bergwerck und Saltz-Brun nen, so in
der berührten Graffschaft Waldeck jetzo gefunden und auffge-
richt seyn, oder hinführo gefunden und auffgericht würden, zu
Unserm und des heil. Reichs Lehen zu machen und
als Römischer König zu Lehen verleihen gnädiglich geruheten;
deß haben Wir angesehen — und darumb mit wohlbedachtem
Muth und gutem Rath den genannten Grafen Philipsen und
seinen Erben alle und jegliche Bergwercke und Saltz-
Brun nen — in der obberührten Grafschaft — zu Unserer
und des Reichs Lehen gemacht — also, daß der genannte
Grass Philips und seine Erben solche Bergwerck und Saltz-
Brun nen, so offt das zu Fall kommt, von Uns oder Un-
fern Nachkommen am Reich zu Lehen erkennen und
empfangen — sollen."
Diese Urkunde ist um so bemerkenswerther, als die kaiserliche
Belehnung mit den Bergwerken und Salzbrunnen in der Graf-
schaft Waldeck zu einer Zeit erfolgte, wo hie Grafen von Waldeck
die Grafschaft, die ihr „frei eigen Erbe" war, „mit allen Zubehö-
rungen, als so viel ihnen zu stehn, und sie hernach mächtig

96) Lünig, Reichsarchiv, Part. 8pec. 6ontm. 2. Abthl. IV. Abs. VH. 25.
p. 710,. Pfeffinger, Vitriar. ill. Tom. III. p. 1086. S. übrigens
v. Mohl, würtemberg. Staatsr. Thl. II. S. 822. v. Wächter,
würtemb. Privatrecht, Bd. I. S. 136 f.
97) Sie findet sich bereits bei Lünig im Reichsarchiv, 8picil. secul.
Part. r. Abs. 58. Tit. Waldeck $. 24. p. 1429 abgedruckt; ferner
bei Pkekkinger I. c. p. 1454.

Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer