Full text: Volume (Bd. 13 (1852))

348 H. A. Zachariä:
der Kaiser und später der Fürsten an Bergwerken und Salinen ab-
zuleiten 72).
§. 13.
Wollte man die Konstitution Kaisers Friedrich I. von 1158 als
eine, unmittelbar in Betreff der Regalitätsfrage entscheidende, Quelle
betrachten, wie es von altern Schriftstellern geschieht, so würde dem
allerdings dasjenige entgegen gehalten werden müssen, was schon
von Jung, Pütter u. A. dagegen geltend gemacht worden ift^).
Denn es ist richtig, daß jene Konstitution nur ein der Lombardei
aufgedrungenes Gesetz war, welches für Deutschland keine Gül-
tigkeit hatte, und dessen Geltung auch in Oberitalien über den Cost-
nitzer Frieden von 1183 hinaus, worin der Kaiser die hergebrach-
ten Rechte der Städte wieder anerkennen mußte, mindestens höchst
problematisch ist n). Allein die gar nicht wegzuläugnende doktri-
nelle Bedeutung jener Konstitution wird dadurch auch für Deutsch-
land, auf welches sie als ein Bestandtheil des longobardischen Lehn-
rechts übertragen wurde, durchaus nicht vermindert und sie erklärt
mindestens mit die Ansprüche, welche von den Kaisern auch hier
nach urkundlichen Zeugnissen seit dem 12. Jahrhundert gemacht
worden sind.
So wird von Friedrich I. schon in einer Urk. von 1156 75) der

72) Karsten a. a. O. S. 41. Man darf nicht unbemerkt lassen, daß
allerdings die Ausdrucksweise „argentariae" und „Salinarum iedi-
tus“ einen Gegensatz zwischen beiden Objekten bezeichnet, indem
bei den Silbergruben nicht blos von den reditus derselben gespro-
chen wird. Die spatern Ausleger haben aber meistens diesen Un-
terschied nicht beachtet.
73) Jung, de jure Salinar. p. 123. Pütter, Beiträge z. d. Staats-
nnd Fürstenrecht Thl. i. S. 207.
74) Denn die Regalitätsfrage wurde darin, zum Zweck einer Entschei-
dung darüber,.was nach dem Herkommen den Städten zu
belassen und was des Kaisers sei, ausdrücklich der Untersuchung
durch eine neue Kommisflvn unterworfen. S. den Hauptinhalt des
Costnitzer Friedens abgedr. aus Perl«, Monum. Germ, Tom. IV.
p. 175 bei Eichhorn a. a. O. Thl. II. S. 163 — 165.
75) Pfeffinger, Vitriar. ill. Tom. III. p. 1447. Hüllmann, Gesch.
des Urspr. der Regal. S. 66.

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